Art is wo – in Attiswil, natürlich. Wo sonst. Mit diesem Wortspiel ist die neueste Ausgabe des Kunstweges im Oberaargauer Dorf übertitelt. Alle zwei bis drei Jahre werden im Sommer hier solche Kunstwege organisiert. Dieses Jahr habe man Kunstschaffende aus der näheren und weiteren Umgebung eingeladen, sich mit dem Thema «Kunst ist, was die Seele berührt» auseinanderzusetzen, erklärt Jörg Hohl, langjähriges Mitglied des organisierenden Vereins Museum Attiswil. Und von 120 Kunstschaffenden, die mitmachen wollten, schafften es 30 in den Ausstellungsrundgang, weitere 13 Positionen sind im Museum zu sehen.

Wie immer startet der Rundgang beim Museum Attiswil mitten im Dorf. Der Weg ist gut ausgeschildert und insgesamt 2,5 km lang. Eine gute Stunde Zeit muss man sich also schon nehmen, um alle Arbeiten der Kunstschaffenden zu betrachten – belustigt, bewundernd, fragend, kritisch oder zustimmend.

Da gibt es beispielsweise den aus Metallabfall geborenen «Wat Vogel» von Tinu Schüpbach, die Wortsäule «Wortlose» von Heiko Schütz, «Z’Dorfgschwätz» von Penny J. Jeanmaire, ein goldenes, fliegendes Schwein von Pepro Peter Probst, den «Ichkönig» von Samuel Schaerer oder das Doppelgesicht aus Holzbalken «Mr und Mrs Imgrün» von Simon Berger. Kein Werkstoff, keine Technik, die hier nicht zum Einsatz gekommen ist. So vielfältig die Künstler, so unterschiedlich auch ihre Aussagen zum Thema – und oft spielt die Landschaft eine entscheidende Rolle.

Tatsächlich haben die Künstler, welche zum Mitmachen an der Ausstellung von den Organisatoren dann ausgewählt wurden, den Standort ihrer Objekte selbst ausgewählt, sagt Hohl. Und so fügen sich die idyllischen Waldwege und schattigen Flurwege, die Dorfgärten und Bauernhausplätze wie geschaffen dafür in den Kunstweg ein. «Jeder Kunstweg hat bisher durch einen anderen Dorfteil geführt. Jetzt sind wir bald mit allen durch», lacht Jörg Hohl bei der Führung.