Hier liegt er nun, der schwarze Tatzelwurm, mit Buckeln und Steilwandkurven, und er beisst sich selber in den Schwanz, damit man auf ihm endlos seine Runden drehen kann. Mobiler Pumptrack heisst Spielgerät, weil es rasch auf- und auch wieder abgebaut werden kann. Und weil die Solothurner Sportfachstelle damit durch den ganzen Kanton touren wird.

«Alle können darauf fahren, nicht nur spezielle Pumptrack-Velos oder BMX-Bikes», erklärt Philipp Heri die schwarze Bahn, die in den nächsten beiden Wochen die Gerlafinger Jugend anlocken soll. «Man kann mit normalen Strassenvelos, Mountainbikes, Kindervelos oder sogar Likabikes Spass darauf haben», fährt der Beauftragte für Bewegung und Sport fort.

Und dass es sogar ohne Velo geht, beweist ein dreijähriger «Pfüderi», der schon vor der offiziellen Einweihung seine Runden rennend absolviert und so seiner unbändigen Lebensfreude ungeniert Ausdruck verleiht.

Schub für Sportfachstelle

Dazu pfeift ein eisiger Wind über den Platz hinter dem Gerlafinger Oberstufenschulhaus. Aber die Biker des Solothurner Tropical Teams warten geduldig auf ihren Einsatz. Die eingeladenen Politiker halten sich mit ihren Reden kurz.

Gerlafingens Gemeindepräsident Peter Jordi ist stolz darauf, dass sein Dorf wieder einmal zu den Vorreitern in Sachen Sportförderung gehört. Dann schneidet Regierungsrat Remo Ankli das rot-weisse Band durch. «Das Label so.fit ist eine gute Sache», sagt der Vorsteher des Departements für Bildung und Kultur. «Unsere Sportfachstelle hat nur bescheidene Mittel und damit sie ihre Ziele erreichen kann, unterstütze ich sie mit meiner Präsenz.»

Eröffnung des mobilen «Pumptrack» in Gerlafingen

Eröffnung des mobilen «Pumptrack» in Gerlafingen

«Eine ganz gute Sache», lobt auch Reto Burki den mobilen Pumptrack, «die Kinder können hier sämtliche Fähigkeiten für alle existierenden Radsport-Modalitäten üben.» Für seine Mountainbiker-Crew, die zu den besten der Schweiz gehören, ist das Spielgerät schon etwas klein und zu wenig anspruchsvoll. «Ganz klar etwas für Anfänger, die hier ohne Hemmungen ein paar Runden drehen und auf den Geschmack kommen sollen», urteilt Fachmann Burki. 

Beweglichkeit üben und festigen

Das Spielgerät ist nur gerade so hoch, dass es bei Stürzen keine ernsthaften Verletzungen geben sollte. «Dafür, dass die Kinder die Helmpflicht einhalten, sind die Eltern verantwortlich», erklärt Philipp Heri. Das Spielen sei hier jederzeit und für alle möglich. Dank des speziellen, rutschsicheren Belags kann man auch bei Regen sicher darauf fahren.

«Velofahren ist die beliebteste Sportart in der Schweiz», meint Heri. Statt Videogames – ab auf den Pumptrack: «Die körperliche Geschicklichkeit der Kinder hat abgenommen. Deshalb wollen wir auf spielerische Weise das Balancegefühl und die Beweglichkeit fördern. Das Gleichgewicht halten, rückwärts blicken und Handzeichen geben, das sind koordinativ anspruchsvolle Aufgaben, die auf einem Pumptrack erlernt und geübt werden.» Der Pumptrack trage also dazu bei, dass sich die Kinder und Jugendlichen sicherer mit dem Velo auf der Strasse bewegen.

Erster Pumptrack-Kurs in Grenchen

Erster Pumptrack-Kurs in Grenchen

Pumptrack fahren ist gar nicht so einfach: in diesem Video sehen sie den ersten Pumptrack-Kurs in Grenchen.