Ständeratswalen

Der «Mister X» der FDP fürs «Stöckli»

Breitenbachs Gemeindepräsident Dieter Künzli hat Ambitionen.

Breitenbachs Gemeindepräsident Dieter Künzli hat Ambitionen.

Geheimnisvoll sprach FDP-Parteipräsident Stefan Nünlist Anfang Woche von einer «Person X», die sich neben seiner Wenigkeit um eine Nomination der freisinnigen Delegierten für die Ständeratswahlen bewerbe.

«Selbstverständlich habe ich dafür gesorgt, dass jemand gegen mich antritt», sagte er auf Anfrage mit einem Augenzwinkern. Ob Mann oder Frau liess Nünlist dabei bewusst offen. Einen Moment lang schien es, als gäbe es im Wahlherbst doch noch eine Solothurner Frauenkandidatur fürs «Stöckli».

Nun haben sich die Nebel über dem Schwarzbubenland gelichtet: Der Breitenbacher Gemeindepräsident Dieter Künzli will es am 24. April an der FDP-Nominationsversammlung in Bellach wissen. Der Aussage des Parteipräsidenten, er sei von diesem «organisiert» worden, widerspricht Künzli. «Ich tue es aus eigenem Ansporn», sagt er. Um anzufügen: «Wir möchten den Delegierten die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten ermöglichen.» Hier der Fürsprech, Diplomat und «Brückenbauer», wie sich der 57-jährige Nünlist selber beschreibt. Da der «bewährte Kommunalpolitiker, Ingenieur und Betriebswirtschafter, der die Gemeinde Breitenbach und das Zentrum Passwang zusammen mit vielen guten Mitstreitern erfolgreich machte», wie der 60-jährige Finanz- und Personalchef des ETH-Rats von sich sagt.
Dass er weder auf kantonaler noch auf nationaler Ebene politisch tätig war oder ist, kommentiert der zweifache Familienvater Künzli so: «Ich bin noch unverbraucht.» Als «Versuchsballon» will er seine Bewerbung nicht verstanden wissen: «Es ist ein ernsthafter Versuch», sagt er, «der am 24. April seinen Abschluss finden könnte.» Und wenn er doch weitergeht? An Argumenten für eine Nomination oder gar Wahl mangelt es Künzli nicht. Er spricht von seiner langjährigen Erfahrung in den Themen Bildung (ETH-Rat), Altersvorsoge (Kassenkommission Publica), Alterspflege (Präsident Demenzzentrum) und Umweltschutz (Ingenieurausbildung).

Übrigens: Den Sukkurs aus seiner Heimat ist ihm gewiss. Die Ortspartei Breitenbach und die Amteipartei Dorneck-Thierstein haben den Kandidaten, den auf der Südseite des Juras kaum jemand auf der Rechnung hatte, zuhanden der Kantonalpartei nominiert. Im Fall einer Nomination wäre Künzli neben SVP-Präsident Christian Imark der zweite Schwarzbube, der sich um einen Ständeratssitz bewirbt.

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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