Panther
Der Metzger mit den Raubkatzen in der guten Stube

Er weiss, wie man Panther hält: der 74-jährige Erich Krieg aus Kirchberg. Der ehemalige Metzger hat vor fast 30 Jahren eine solche Raubkatze bei sich aufgenommen. Und er hat eine Ahnung, woher die unbekannte Katze stammen könnte.

Claudia Landolt
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Erich Krieg und seine Raubkatzen
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Einer der beiden schwarzen Panthern von Erich Krieg
Der Panther heisst Mephisto.
Der Panther heisst Mephisto.
Das Fleisch ist sozusagen an der Quelle: Erich Krieg ist Metzger in der dritten Generation.
Geparden waren Kriegs Lieblinge.
Leider, so sagte er, wollte sie sich auf keinen Fall paaren und Nachwuchs zeugen.

Erich Krieg und seine Raubkatzen

zvg Berner Zeitung/Thomas Peter

In Kestenholz soll der Panther umgehen, heisst es. Zwar sind sich die Jagdverwalter nicht ganz sicher, ob es sich wirklich um eine solche Raubkatze und nicht um eine andere, etwa einen Geparden, handelt - aber vorsichtshalber haben sie schon mal Fallen aufgestellt.

Einer, der ganz genau weiss, wie Raubtier und Mensch zusammen leben können, ist Erich Krieg. Der Metzgermeister aus Kirchberg hält sich nämlich gleich mehrere schwarze Panther zuhause. Vor fast dreissig Jahren, 1983, entdeckte er im Magazin «Tierwelt» ein Inserat, in welchem stand, ein Panther wäre abzugeben, erzählt er im Interview mit Radio 32.

«Er war von einem Zoohändler, und der Panther, den ich später Mephisto nannte, war noch nicht grösser als ein Zwergpudel», erinnert sich Krieg. Fast wie die Jungfrau zum Kind sei er an das Pantherbaby gekommen, sagt er. Er hätte nicht einmal gewusst, wie man solch ein Tier artgerecht halte. Im Tierpark Dählhölzli hat er sich dann schlau gemacht.

Zu Mephisto gesellte sich alsbald ein Weibchen, Shiva, das zwei Junge gebar. Krieg zog diese Babies mit der Flasche auf, denn das Weibchen verstarb kurz nach der Geburt an den Folgen einer Schwangerschaftsvergiftung. Auch Bergpumas hat Krieg schon gehalten. Und zwei Geparde, seine Lieblinge, wie er betont.

Panther und Pumas in der guten Stube

Als am Wochenende bekannt wurde, dass in der Gegend um Kestenholz eine Raubkatze gesehen wurde, läutete auch bei Krieg das Telefon. «Die Kantonspolizei fragte nach, ob das eventuell meiner sei», erzählt der rüstige und sympathische Herr. «Da hab ich im Gehege nachgeschaut, und er war noch daheim», schmunzelt er.

Der Tierliebhaber meint, die im Solothurnischen entlaufene Raubkatze müsse «auf jedem Fall einem anderen Tierhalter entlaufen sein». Er kenne viele Tierhalter, betont er. Mehr entlocken lässt er sich allerdings nicht.

Krieg weiss, wie man sich verhalten soll, falls man auf einem Spaziergang plötzlich dem gesuchten Tier begegnet: Sich auf jeden Fall still verhalten und «auf keinen Fall davon springen». Normalerweise würden die Tiere flüchten, nur wenn sie sich bedroht fühlen, greifen sie an. René Strickler dagegen, der bekannte Dompteur, gibt zu Bedenken, dass hungrige Raubkatzen schon mal aggressiv werden könnten. Auch die Kantonspolizei Solothurn rät zur Zurückhaltung.

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