Zustandsbericht

Der Mensch hinterlässt im Wasser deutlich Spuren

Im Wasser bliebt viel drin, was nicht drin sein sollte. (Symbolbild)

Im Wasser bliebt viel drin, was nicht drin sein sollte. (Symbolbild)

Die Qualität vor allem kleinerer Gewässer im Kanton lässt in vielerlei Hinsicht zu wünschen übrig.

Trotz beträchtlicher Fortschritte werden die Ziele der Gewässerschutzgesetzgebung noch längst nicht flächendeckend erreicht. Dies das Fazit des neusten Berichts über den «Zustand der Solothurner Gewässer». Dieser wurde gestern von Martin Würsten, Chef Amt für Umwelt, und Philipp Staufer, Leiter Abteilung Wasser, in Grenchen präsentiert.

Menschliches Tun und Lassen hinterlässt überall seine Spuren: nicht nur im Grundwasser, sondern vor allem auch im Oberflächenwasser. Die regelmässig durchgeführten Wasseranalysen zeigen auf, dass bei den meisten der insgesamt 27 Messstellen im ganzen Kantonsgebiet «die Anforderungen an die chemische Wasserqualität weiterhin nicht vollständig erfüllt sind», wie der Bericht festhält. An den 9 Messstellen an den Hauptgewässern werden monatlich Proben genommen, an den übrigen Standorten an Nebengewässern periodisch.

Kupferbelastung nimmt deutlich zu

Besonders im Fokus stehen Nährstoffe (Stickstoff und Phosphor), das Schwermetall Kupfer sowie organische Pestizide. Hohe Nährstoffbelastungen sind primär in kleinen Fliessgewässern ein Problem. Der Anstieg der Kupferwerte wird von Staufer mit dem Einsatz als Fungizid im biologischen Anbau, als Futterzusatz in der Schweinemast und als Baustoff erklärt.

Die Hälfte aller Messstellen zeigen erhöhte Pestizidkonzentrationen. Dies vor allem in kleineren Gewässern mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Einzugsgebieten. Hier soll der Aktionsplan Pflanzenschutzmittel, mit einem ausgebauten Messprogramm Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.
Undichte Kanalisationen führen dazu, dass mehr sauberes Wasser als Schmutzwasser in die Kläranlagen fliesst. Dies ist laut Staufer mehr als nur ein ökologischer Unsinn: «Die Verdünnung des Schmutzwassers senkt nicht nur die Reinigungsleistung der ARA, sondern erhöht auch den Energiebedarf.» Dazu komme, dass sauberes Wasser gerade in Zeiten der Trockenheit fehlen würde.

Dass alle drei wichtigsten Grundwasservorkommen im Kanton nahezu flächig mit Rückständen des Fungizids Chlorothalonil belastet sind, hat in letzter Zeit die Gemüter aufgewühlt. Es ist laut Staufer davon auszugehen, «dass dieses Grundwasser die Trinkwasseranforderungen über Jahre oder gar Jahrzehnte nicht erfüllen wird».

Die erhöhten Nitratwerte im Grundwasser des Gäu werden seit Jahren mit dem Nitratprojekt Gäu-Olten bekämpft. Erste Erfolge seien eingetreten oder würden sich zumindest abzeichnen. Neu ist auch die bernische Gemeinde Niederbipp in den Perimeter aufgenommen worden. Denn: «Wasserbelastungen machen nicht an den Kantonsgrenzen halt», stellte Staufer lakonisch fest. (ums.)

Der Bericht steht im Internet zur Verfügung: afu.so.ch.

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