Künftig werden alle Abfallsäcke aus dem Ausland in die Schweiz importiert. Mitte Februar gab die Petroplast Vinora AG, der letzte Schweizer Hersteller von Kehrichtsäcken, den Ausstieg aus diesem Geschäft bekannt.

Die Produktion soll ab kommendem Sommer an den deutschen Konkurrenten Papier Mettler übergehen. Auch die Zuchwiler Kebag AG bezog ihre Kehrichtsäcke, die in einem Grossteil der Solothurner Gemeinden verwendet werden, bisher von der Petroplast Vinora.

Ausser dem Herstellungsort der Kehrichtsäcke soll es laut Kebag-Geschäftsleiter Markus Juchli keine Umwälzungen geben. «Uns wurde versichert, dass sich nichts ändern wird», sagt Juchli auf Anfrage. «Die Säcke werden künftig einfach im Ausland produziert.» Laut dem Kebag-Chef bleibt auch die ganze Logistik bestehen. «Unsere Abfallsäcke werden aus Deutschland importiert und weiterhin von einem Zentrum aus an unsere Kunden und die Gemeinden geliefert.»

Der Abfallsack sei nun einmal ein Massenprodukt, das sinnvollerweise dort produziert werde, wo dies am günstigsten ist, unterstreicht Juchli. In diesem Fall geschieht dies ab dem Sommer nun halt im deutschen Morbach.

Auch die Preise bleiben

Laut Juchli ändert sich mit dem neuen Hersteller der Kebag-Säcke nichts an der Kehrichtgebühr, die Nutzerinnen und Nutzer bisher schon bezahlen mussten. Dadurch werden einerseits die Verbrennungskosten der Kebag abgedeckt. Andererseits geht ein Teil der Gebühr an den Sack-Verteiler und den -Hersteller, also künftig nach Deutschland. 

In der Kehrichtgebühr sind auch die Mehrwertsteuer und die Marge des Händlers enthalten. Dies macht laut Juchli allerdings einen deutlich kleineren Betrag in der Gebühr aus. Der Hauptteil der Kehrichtgebühr würde für die Verbrennungskosten gebraucht (Kasten links).

«Wir sind gut unterwegs»

Derzeit läuft es rund im Zuchwiler Entsorgungsunternehmen. «Im Dezember haben wir relativ viel Kehrichtsäcke verkauft», berichtet der Geschäftsleiter. Und dies läge nicht an der Preiserhöhung, die die Kebag auf Anfang 2016 aufgrund tiefer Strompreisen vornahm. 

Die Anpassung hätte sich eigentlich nicht auf den Betrieb ausgewirkt. «Momentan sind wir gut unterwegs», so Juchli. Im Januar und Februar werde generell etwas weniger Kehricht angeliefert, aufgrund der ruhenden Bauindustrie. Aber die Mengen an Abfall, die die Kebag verwerten kann, würden grundsätzlich «stimmen».