Schönenwerd
Der Kantonsrat besucht für seine nächste Session das Niederamt

Auch die Junisession findet coronabedingt auswärts statt: in Schönenwerd.

Urs Moser
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Die Tribüne der Betoncoupe Arena böte Platz für 600 Zuschauer, für die Kantonsratssession sind aber keine zugelassen.

Die Tribüne der Betoncoupe Arena böte Platz für 600 Zuschauer, für die Kantonsratssession sind aber keine zugelassen.

Patrick Lüthy

Auch die nächste Session des Kantonsrats wird nicht am gewohnten Tagungsort stattfinden. Anders als im Mai, als man im Solothurner CIS-Zentrum tagte, verlässt das Parlament die Kantonshauptstadt: Nun geht es ins Niederamt.

Wo sich für drei Sitzungstage die Kantonsräte in weiterhin coronabedingt gebührendem Abstand einrichten werden, fliegen normalerweise die Bälle übers Netz. Die Betoncoupe Arena in Schönenwerd, erst 2018 eröffnet, ist ein Leuchtturmprojekt des Schweizer Volleyballsports. Hier trägt nicht nur Volley Schönenwerd seine Heimspiele aus, die Betoncoupe Arena ist auch das neue Leistungszentrum von Swiss Volley und Trainingsstützpunkt der Volleyball-Nationalteams.

Im Gegensatz zum doch recht sanierungsbedürftigen CIS-Zentrum bietet die neue Dreifachhalle in Schönenwerd modernste Infrastruktur. Tatsächlich habe man in Solothurn feststellen müssen, dass es stellenweise vom Hallendach tropfte und zum Beispiel eine Ratskollegin nach der Kaffeepause ihren Tisch nass vorgefunden habe, erzählt Kantonsratspräsident Daniel Urech (Grüne, Dornach). Das sei aber höchstens einer von mehreren und nicht unbedingt der entscheidende Punkt für die Wahl der Lokalität gewesen. Auch die Berufsschulen nehmen den Betrieb wieder auf, und das CIS-Zentrum wird bekanntlich für das Lehrlingsturnen genutzt. Es wäre gar nicht mehr im vollen Umfang für drei Sitzungstage zur Verfügung gestanden. Die Junisession findet am 23./24. Juni und 1. Juli statt. Während der Kantonsrat üblicherweise jeweils nur am Vormittag tagt, wird nun der letzte auf einen vollen Sitzungstag ausgedehnt. Aus einem ganz einfachen Grund: Nachdem die Märzsession ausgefallen war und im Mai die Coronakrise auch einen wesentlichen Teil der Traktandenliste beanspruchte, würde der Pendenzenberg sonst zu stark wachsen.

Und schliesslich: Wenn man schon nicht wie üblich im Kantonsratssaal tagt, um die Abstandsregeln einhalten zu können, sei das eine willkommene Gelegenheit, «eine andere Ecke unseres wunderschönen Kantons der Regionen» zu besuchen, so Daniel Urech. Der kostenmässige Mehraufwand (im CIS-Zentrum fielen keine zusätzlichen Mietkosten an, da der Kanton dort sowieso für das Lehrlingsturnen eingemietet ist) halte sich dabei in überschaubaren Grenzen.