Berufsschullehrerverband
Der kantonale Berufsschullehrerverband warnt vor «falschem» Sparen

Der kantonale Berufsschullehrerverband wehrte sich an seiner Generalversammlung unter anderem gegen die Beteiligung der Versicherten an einer Ausfinanzierung der kantonalen Pensionskasse und warnte vor «falschem» Sparen.

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Lehrer wollen Ausfinanzierung der Pensionskasse ohne Beteiligung der Versicherten (Symbolbild).

Lehrer wollen Ausfinanzierung der Pensionskasse ohne Beteiligung der Versicherten (Symbolbild).

Keystone

Eric Schenk, Co-Präsident des Solothurnischen Kantonalverbandes der Lehrkräfte an Berufsschulen (SKLB), begrüsste rund 40 Anwesende zur Informationsveranstaltung in der Aula der GIBS Olten. Hauptreferent Werner Hartmann vom Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung propagierte als «digital Grufti» einen offenen und abwechslungsreichen Umgang mit Computern und neuen Medien im Unterricht. Er warnte aber gleichzeitig vor dem Ablenkungspotenzial derselben. Es sei daher wichtig, an den Medienkompetenzen der Lernenden zu arbeiten, damit sie das Internet beispielsweise gezielt nutzen und im Umgang mit dem «Schwarmwissen» im Netz kritischer würden.

Neues «e-Lehrmittel»

Jürg Viragh stellte danach das Pilotprojekt «e-Lehrmittel» der GIBS Solothurn in Zusammenarbeit mit dem Lehrmittelverlag HEP vor, bei welchem die Lernenden im Unterricht mit iPads arbeiten. Ziel sei es nun, aus diesem Projekt Empfehlungen für einen sinnvollen und gewinnbringenden Unterricht mit diesen Geräten zu entwickeln – nicht als vollständiger Ersatz, sondern als Ergänzung der herkömmlichen Unterrichtsmethoden und Lehrmittel. Danach skizzierte Fredy Waldmeier, Rektor der GIBS Olten, die IT-Strategie der Schule. Neue Technologien sollen «adäquat und zielführend» in den Unterricht einbezogen werden und es soll eine Informationsplattform für eine effiziente Lernort-Kooperation geschaffen werden.

Sorge um Pensionskasse

Im zweiten Teil der Veranstaltung, der eigentlichen Generalversammlung, ging es in erster Linie um die Revision des Pensionskassengesetzes. Beat Käch, Präsident des Staatspersonalverbands, führte aus, dass die Vernehmlassungen der Parteien und Verbände zum neuen Pensionskassengesetz sehr unterschiedlich ausgefallen seien. Einig sei man sich offensichtlich darin, dass die Kasse auf 100 Prozent ausfinanziert werden soll. In einigen Vernehmlassungen sei eine Beteiligung der Versicherten gefordert worden, was Käch kategorisch zurückwies. «Für uns kommt das absolut nicht infrage, zumal gerade die jüngeren und aktiven Versicherten ihre Renten voll ausfinanziert haben». Auch die Experten teilten laut Käch diese Meinung. Bezüglich Fahrplan werde es wohl zu Verschiebungen kommen und eine Beratung der Vorlage in der Juni-Session des Kantonsrats unrealistisch. Insbesondere mit den Einwohnergemeinden, welche sich resolut gegen eine Beteiligung an der Ausfinanzierung wehren, müsse zuerst eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, sonst sei die Vorlage im Kantonsrat gefährdet. Zudem hielt Käch fest, «auch wenn die Pensionskasse zu 100 Prozent ausfinanziert wird, kann die Staatsgarantie nicht aufgehoben werden».

In seinem Jahresbericht informierte der Co-Präsident des SKLB, Adrian Würgler, die rund 50 anwesenden über die Verbandstätigkeiten. In Bezug auf das mehr oder weniger gescheiterte Sparpaket 2013 meinte er, «Wir haben uns aktiv in die Diskussion eingemischt und wir werden auch beim nächsten Sparpaket bemüht sein, bei der Umsetzung von sinnvollen Sparmassnahmen mitzumachen». Massnahmen, welche zulasten der Qualität der Berufsbildung gehen oder die Anstellungsbedingungen verschlechtern, werde man aber resolut bekämpfen. Als nicht sinnvoll erachtete Würgler beispielsweise die Streichung der AHV-Überbrückungsrente, die vor Jahren als Sparmassnahme eingeführt worden war und «deren Abschaffung nun von der Regierung wiederum als Sparmassnahme verkauft wird». Das Sparpotenzial dieser Massnahme sei, «wenn überhaupt vorhanden, völlig unklar», meinte Würgler. (MGT)

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