Roland Heim, die Sonne scheint, Ihre Vorlage ist durchgekommen...

Roland Heim: Ja, es ist ein tolles Wochenende. Ich komme gerade vom Jungtambourenfest in Mümliswil. Die Superstimmung dort passte zu den Abstimmungstrends, die ich laufend erhielt. Auch wenn nicht die absolute Wunschvariante der Regierung gesiegt hat, bin ich überzeugt, dass wir jetzt eine tragfähige Lösung haben.

Sie hätten die Gemeinden an der Sanierung beteiligen wollen, was das Volk klar abgelehnt hat. Wie erklären Sie sich das wuchtige Nein zur Regierungsvariante?

Man schaut wohl in erster Linie für das Gemeinwesen, das einem am nächsten ist. Das ist meine Erklärung. Und es half wohl auch, dass die jetzt gewählte Variante einfacher ist: Es gibt nur eine Abrechnungsstelle und nicht 109.

Drohen uns jetzt höhere Steuern, wie die Gegner der Vorlage gemutmasst haben?

Es wird kein Honigschlecken, 118 Mio. mehr an Schulden zu übernehmen. Aber so wie wir die Variante aufgegleist haben, sollte die Mehrbelastung ohne Steuererhöhungen tragbar sein. Der 70 Prozent-Anteil der Versicherten baut eine gewaltige Brücke, dass es zu keiner Steuererhöhung kommt. Dafür dürfte es aber zu Kompensation bei Gemeindeleistungen kommen.

Stichwort Steuererhöhungen: Könnte die Sanierung nicht der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt, etwa wenn noch der Solothurner Stadtmist saniert werden muss.

Was in Zukunft kommt, wissen wir natürlich nicht. Wenn uns der Stadtmist, der Weissensteintunnel oder die Unternehmenssteuerreform mit Dutzenden Millionen belasten, sieht die Situation anders aus. Aber das müsste man dann anschauen. Stand heute ist: Die Vorlage ist eine tragbare Lösung, die zu keiner Steuererhöhung führt.

Sie haben bereits angekündigt, dass die Gemeinden mehr belastet werden sollen. Ist das eine Gemeindebeteiligung durch die Hintertüre?

Nein. Bei der jetzigen Variante müssen die Gemeinden keine Schulden übernehmen. Der Kanton trägt die ganzen 1,1 Mia. Aber wir haben immer gesagt, dass es Kompensationsmassnahmen zulasten der Gemeinden geben kann. Die Regierung wird dem Kantonsrat jedes Jahr vorlegen, was die Sanierung kostet. Es kann sein, dass dann Abstriche bei den Gemeinden gemacht werden.

Die Pensionskasse hat auch künftig keine Schwankungsreserve. Wird sie bei einer Börsenbaisse wieder zum Sanierungsfall?

Wir hätten noch so gerne eine Wertschwankungsreserve. Aber das käme nochmals viel teuerer. Falls die Pensionskasse künftig unter 100 Prozent Deckung fiele, dann tragen Versicherte und Arbeitgeber die Sanierung zu je 50 Prozent. Nur dank dem neuen Gesetz können wir in Zukunft die Staatsgarantie durch diese 50:50-Prozent-Sanierungspflicht ersetzen.

Die Handelskammer fordert jetzt einen tieferen Umwandlungssatz und ein Beitragsverhältnis, das die Versicherten stärker in die Pflicht nimmt.

Mit jetzigem Gesetz liegt das Beitragsverhältnis nicht mehr bei 60:40, sondern bei 57:43. Damit liegen wir weit unter dem Schnitt der Schweizer Kassen. Beim Umwandlungssatz ist schon seit einiger Zeit ein Prozess in Gang, der in Richtung Senkung geht – nur schon wegen der Demographie. Es ist Aufgabe der Verwaltungskommission, hier Massnahmen zu treffen.