Geschenke
Der Kanton will bei den 100-Jährigen nicht sparen

Aus der SVP-Fraktion kam die Interpellation, die Geschenke für die Hundertjährigen zu überdenken. Die Mehrheit des Solothurner Kantonsrats will an der Praxis aber nichts ändern.

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Zum 100.Geburtstag können die Jubilaren zwischen einem gepolsterten Holzstuhl oder einem Goldbarren aussuchen. (Symbolbild)

Zum 100.Geburtstag können die Jubilaren zwischen einem gepolsterten Holzstuhl oder einem Goldbarren aussuchen. (Symbolbild)

Keystone

Der Kanton beschenkt alle hiesigen 100-Jährigen: Zum runden Geburtstag gibts einen Besuch der Regierung sowie einen gepolsterten Holzstuhl oder einen Goldbarren. Unnötig, findet Jacqueline Ehrsam (Gempen) von der SVP. «Was wünscht sich eine Person, wenn sie 100 wird?», fragte sie den Regierungsrat in einer Interpellation und am Dienstag den Kantonsrat. Das grösste Geschenk sei für die Person doch, dass man sich Zeit für sie nimmt.

Geschenke im Wert von mehreren Tausend Franken machten keinen Sinn. «Es wissen doch alle, dass die Mehrheit der Geschenke für die Erben ist», so die Kantonsrätin. Deshalb hatte sie die Regierung gebeten zu prüfen, ob sich mit den Geschenken nicht sparen lässt. Basel-Stadt etwa beschenke seine 100-Jährigen nur mit einem Blumentopf.

Darauf begann eine emotionale Debatte. «Ist es wirklich nötig, dass wir mit Geschenken sparen?», entgegnete die Solothurnerin Franziska Roth (SP). Ihre Grossmutter etwa habe grosse Freude gehabt an ihrem Stuhl. Die Frage nach der Einsparung dieser Geschenke sei unangebracht.

Die Mehrheit des Kantonsrats stimmte zu: Geschenke an 100-Jährige seien eine schöne Geste. Die Geschenke-Kritikerin bat den Regierungsrat zum Schluss, sich doch noch einmal Gedanken über Sparmöglichkeiten zu machen. (NKA)

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