«Wenn wir etwas tun, dann richtig!», sagte Christian Wanner, alt Regierungsrat und Präsident des Solothurner Olma-Auftrittes, bereits im Frühling. So verwundert es nicht, dass man sich an der Eröffnung der traditionellen St. Galler Landwirtschaftsmesse vergangenen Donnerstag unter den Messeverantwortlichen einig war: Selten sei ein Olma-Gastkanton im Vorfeld derart präsent gewesen, hiess es unisono. Auch aussenstehende geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft würdigten das Solothurner Organisationskomitee. Der Auftritt sei mit viel Herzblut gestaltet worden.

Es schien, als sei die einzige Variable im Gesamtauftritt der Solothurner das St. Galler Wetter. Dieses beglückte die Besucher bereits am Donnerstag mit Schneegestöber, danach mit Kälte und Regen. «Bei nasskaltem Wetter halten sich die Besucher vorwiegend in den Hallen auf», erklärt Katrin Meyerhans, verantwortlich für die Publikumsmesse. Das momentane Wetter habe also erfahrungsgemäss nur bedingt Einfluss auf die Besucherzahlen.

Umzug trotz Kälte gut besucht

Um einen Trend feststellen zu können, sei es noch zu früh. Was Meyerhans aber hervorhebt, ist die Zahl der Umzugszuschauer vom Samstag. Diese wird von den Behörden auf rund 30 000 Personen geschätzt. Die Zahl liege im Bereich der Vorjahre, im Blick auf die kühlen drei Grad und das unbeständige Wetter vom Samstag sei dies ein tolles Ergebnis. «Die Solothurner Gruppen waren mit viel Engagement und Herzblut dabei», resümiert Meyerhans.

Das Kompliment wird sogleich von Umzugsteilnehmern erwidert: Bereits am Morgen am Bahnhof Solothurn hätte vor den Extrazügen Feststimmung geherrscht, erzählt Landwirtin Barbara Stuber aus Biberist, deren ganze Familie am Umzug teilnahm. «Dort mitzumarschieren war umwerfend und einmalig», schwärmt Ehemann Urs Stuber. Von sechs an der Olma ausgestellten Holstein-Rindern durften zwei am Umzug teilnehmen, eines davon war Stubers Tier. «In diesem Moment hatte ich pure Gänsehaut», so Stuber.

«Überraschend vielfältig»

Der gleiche, positive Tenor herrscht auch unter den Messebesuchern. «Der Kanton ist überraschend vielfältig», erklärt ein Stadt-Sanktgaller in der Solothurner Sonderschauhalle und gibt zu, dass er bisher nur den Hauptort Solothurn kennen würde. «Für uns ist das Mittelland eine recht unbekannte Fläche», ergänzt seine Frau, «ungefähr so, wie für viele Solothurner die Schweiz wohl schon östlich von Winterthur zu Ende ist.»

Ähnlich klingt es auch von einem älteren Ehepaar nebenan. Beide loben den Solothurner Ideenreichtum: «Das beginnt bei der Idee, das Umzugsprogramm auf Falzkarton zu drucken und so einen stimmungsmachenden Gegenstand zu verteilen, und endet bei den wunderschönen Panoramaansichten hier in der Sonderausstellung.» Auf verbesserungswürdige Punkte angesprochen, bleiben sie – wie auch andere gefragte Besucher – stumm.

Um keine Worte verlegen ist dagegen Dagobert Cahannes. «Bisher hörte ich nur Positives», sagt der Medienbeauftragte der Solothurner Regierung. «Die Besucher begegnen unserem Kanton mit einer positiven, offenen Grundstimmung. Ausserdem wurde das Senf-Motto als lässig aufgefasst.» Cahannes spricht von einer «irrsinnig gut besuchten» Sonderschau. «Ich bin überzeugt, dass wir einen touristischen Nutzen aus der Olma ziehen können.»