Willkommenstafeln

Der Kanton Solothurn bekommt Visitenkarten an der Autobahn

Am Rand der Autobahn werden bald Tafeln aufgestellt, die auf die touristischen Perlen im Kanton verweisen. Das Vorhaben wurde vor weit über 20 Jahren lanciert. (Archiv)

Am Rand der Autobahn werden bald Tafeln aufgestellt, die auf die touristischen Perlen im Kanton verweisen. Das Vorhaben wurde vor weit über 20 Jahren lanciert. (Archiv)

Wer auf A1, A2 und A5 durchs Land reist, soll endlich auch auf die Sehenswürdigkeiten im Kanton Solothurn aufmerksam gemacht werden. An den Autobahn-«Einfallachsen» werden im November die ersten Tafeln aufgestellt.

Soeben hat die Regierung einen Betrag von 195 000 Franken aus dem Lotteriefonds gesprochen und damit einem seit Jahren gewälzten Projekt endgültig zum Durchbruch verholfen. 20 000 der Gesamtkosten von 215 000 Franken trägt der Verein Kanton Solothurn Tourismus als Eigenleistung.

Der Regierungsrat schreibt, dass gestützt auf den Massnahmenplan 2013 «für die Finanzierung auserkorener Spezialprojekte Mittel aus dem Lotteriefonds verwendet werden dürfen». Die touristischen Autobahntafeln stelle genau ein solches «Spezialprojekt» dar.

Ein «uraltes» Vorhaben

Jürgen Hofer, Direktor von Region Solothurn Tourismus, ist überglücklich, dass das bereits vor weit über 20 Jahren lancierte Vorhaben endlich verwirklicht werden kann: «Ich habe eine riesige Freude. Es ist ein echter Meilenstein, wenn man bedenkt, wie lange wir darauf hingewirkt haben.» Schon sein Vorgänger Erich Egli habe mit viel Herzblut für die Sache gekämpft. 

Mit der Freigabe der 195 000 Franken hat die Regierung jetzt den Endspurt eingeleitet: voraussichtlich im November können die Montageteams in einem ersten Schritt vorerst an vier bereits bestimmten und vom Bundesamt für Strassen (Astra) bewilligten Standorten zur Tat schreiten. Montiert werden sollen Tafeln an der A5 vor Grenchen, je eine an der A1 bei Koppigen und bei Olten sowie eine an der A2 bei Hägendorf. Die 4,5 mal 3,5 Meter messenden Willkommensbanner werden jeweils mit einem regionalen Fotosujet geschmückt sein. Gemäss Hofer kommen dabei die Städte Grenchen, Solothurn, Olten sowie der Belchengipfel zum Zug.

Der zweite Schritt folgt bis Herbst nächsten Jahres: Ebenfalls eine Willkommenstafel soll am Dorfeingang von Dornach (mit dem Sujet Schloss Gilgenberg) aufgestellt werden. Je zwei Ankündigungstafeln sind vorgesehen für den Naturpark Thal (A1 bei Niederbipp und Kestenholz) und für das Schwarzbubenland (an der H18 bei Reinach Süd).

Auf «Aufforstung» verzichtet

Jürgen Hofer ist überzeugt, dass mit «diesem wichtigen Element der Tourismuswerbung» vermehrt (internationale) Autoreisende von den Autobahnen heruntergelockt und zu den Naturschönheiten und sonstigen Sehenswürdigkeiten im Kanton geführt werden können. Er spricht von einem «schönen Mosaikstein» und einem «kleinen, aber hoffentlich zielführenden Projekt». Bewusst hat man gemäss Hofer, der auch als Geschäftsführer von Kanton Solothurn Tourismus waltet, auf eine übertriebene «Aufforstung» im Schilderwald verzichtet. Will heissen: Nicht an jeder Stelle, wo die Autobahnen in schneller Folge die Kantonsgrenzen überqueren, kommt eine Tafel zu stehen. Hofer: «Das wäre nicht nur unsinnig und verwirrend, sondern auch nicht finanzierbar gewesen.»

Dass Solothurn in Sachen Autobahnsignalisation so lange touristisches Niemandsland blieb, hatte mehrere Gründe: Die im Kanton stets knappen finanziellen Mittel, fehlende Einsicht in die Bedeutung des Tourismus und entsprechender touristischer Signalisationen, mangelnder politischer Wille und nicht zuletzt kleinkrämerische lokale Befindlichkeiten waren den Initianten immer wieder in die Quere gekommen.

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