Umwelt

Der Kanton kennt den Biber-Ärger, will aber noch zuwarten

Die Biberpopulation im Kanton Solothurn ist in den letzten zehn Jahren gewachsen.

Die Biberpopulation im Kanton Solothurn ist in den letzten zehn Jahren gewachsen.

Die Gemeinden ärgern sich über hohe Kosten für Biberschäden. Momentan muss der Kanton aber nur für Schäden an Wald und an landwirtschaftlichem Kulturgebiet aufkommen.

Die Gemeinden ärgern sich über die hohen Kosten, die durch Biberschäden verursacht werden. Unter anderem in den Gemeinden Lüterkofen und Subingen entstehen regelmässig Schäden, weil die Tiere mit ihren Höhlen Strassen untergraben oder mit ihren Dämmen Überschwemmungen verursachen.

Vom Kanton wünschen sie sich mehr Unterstützung, unter anderem deshalb, weil der Kanton heute nur einen Teil der Kosten für Schäden übernimmt, die durch den Biber entstanden sind. Laut Gesetz teilen sich der Bund und die Kantone die Kosten für Biberschäden an landwirtschaftlichen Kulturen oder am Wald.

Kanton wartet auf die Abstimmung im September

Nachdem die Verantwortlichen beim Kanton aufgrund von Abwesenheiten vorerst keine Auskunft zu dem Thema geben konnten, nimmt sich der Jagd- und Fischereiverwalter Marcel Tschan nun Zeit für eine Stellungnahme.

Laut ihm liegen dem Kanton keine Zahlen dazu vor, wie oft und wie viel die Gemeinden für Biberschäden aufkommen müssen. Dies, weil der Kanton nur für Schäden an Wald und landwirtschaftlichen Kulturen aufkommen muss und deshalb von den Gemeinden nicht über die an anderen Infrastrukturen entstandenen Schäden informiert wird.

«Es ist aber davon auszugehen, dass die Schäden zugenommen haben», so Tschan. Betroffen seien nicht nur die Gemeinden, sondern auch Private. So komme es unter anderem vor, dass Privatgärten durch das Treiben der Biber beschädigt werden. Für den Ärger in den Gemeinden habe man beim Kanton Verständnis, so Tschan. «Bisher gibt es aber keine gesetzliche Grundlage dafür, Biberschäden ausserhalb von landwirtschaftlichen Kulturen und Wald zu entschädigen.»

Bevor der Kanton eigene Lösungen für das Problem erarbeitet, möchte er abwarten, was auf Bundesebene entschieden wird. Am 27. September stimmt die Bevölkerung über das neue eidgenössische Jagdgesetz ab – in diesem neuen nationalen Jagdgesetz und der dazugehörigen Jagdverordnung ist vorgesehen, dass der Bund und der Kanton auch für Schäden aufkommen müssen, die in anderen Bereichen als am Wald oder an landwirtschaftlichen Kulturen entstanden sind.

Auch die Gemeinden müssen abwarten und hoffen auf ein Ja zum neuen Jagdgesetz. «Wenn das Gesetz abgelehnt wird, dann stehen wir vor einem Scherbenhaufen», fürchtet Roger Siegenthaler, der Gemeindepräsident der regelmässig von Biberschäden betroffenen Gemeinde Lüterkofen.

Autor

Rebekka Balzarini

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