Derendingen
Der Herr der Kacheln und Ziegel lädt zum Rundgang

Im September finden an den vier Wochenenden in der Schweiz die europäischen Tage des Denkmals statt. Im Kanton Solothurn können am 8./9. September gratis verschiedene Institutionen besucht werden. Die Ausstellungen stehen dieses Jahr unter dem Motto «ohne Grenzen».

Fränzi Zwahlen-Saner
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Ein Rundgang durch das Depot der Denkmalpflege in Derendingen. Urs Bertschinger kennt sich im riesigen Fundus aus.
24 Bilder
Solche Steinhauerarbeiten wie dieser Abschlussstein fallen Urs Bertschinger auf. Er rettet sie, indem er sie ins Depot nimmt.
 Auch diese Dame wurde vor der Schuttmulde bewahrt.
 Türen und Fenster zu Hauf.
 Eine ehemalige Wandverzierung vom Rathaus.
 Blick ins Lager mit den behauenen Säulen und Platten aus verschiedenen Epochen.
 Allerlei Sakrales aus kirchlichen Beständen.
Rundgang durch das Depot der Denkmalpflege in Derendingen
 Allerlei Sakrales aus kirchlichen Beständen.
 Zwischen den Regalen liegen Skulpturen im Tiefschlaf.
 Ziegelsteine jeglicher Art.
 Ziegelsteine jeglicher Art.
 Im Lampenregal sind auch solche aus den 1930er- Jahren zu finden.
 Ehemalige Kronleuchter aus dem Kantonsratssaal.
 Urs Bertschinger kennt sich im riesigen Fundus aus.
 Die Ziegel-Galerie.
 Allerlei Sakrales aus kirchlichen Beständen.
 Urs Bertschinger, Bauforscher und Bauberater, kennt jedes Stück im Depot der Denkmalpflege.
 Urs Bertschinger kennt sich im riesigen Fundus aus.
 Allerlei aus Keramik.
 Verzierungselemente der alten Kachelöfen.
 Metalltürchen von Holzöfen.
 Allerlei aus Keramik.

Ein Rundgang durch das Depot der Denkmalpflege in Derendingen. Urs Bertschinger kennt sich im riesigen Fundus aus.

Hanspeter Bärtschi

Die europäischen Tage des Denkmals werden in diesem Jahr zum 25. Mal durchgeführt: am 9. September in Deutschland; am 15./16. September in Frankreich; am 22./23. September in Italien und am 30. September in Österreich. Zuständig für die Aktivitäten in der Schweiz ist der Bund; im Kanton Solothurn das Amt für Denkmalpflege und Archäologie. Hier öffnen dieses Jahr Institutionen aus Solothurn, Olten, Schönenwerd und Seewen ihre Türen, und zwar am kommenden Wochenende vom 8. und 9. September.

Ein Rundgang durchs Depot

Zum ersten Mal seit das Depot der Kantonalen Denkmalpflege vor rund neun Jahren in Derendingen eingerichtet wurde, ist es möglich, dieses am Samstag, 9. September, besuchen zu können. Herr über die Objekte, die hier eingelagert sind, ist Urs Bertschinger, Bauforscher und Bauberater beim Amt für Denkmalpflege des Kantons Solothurn. «Unser Kanton und der Kanton Bern sind die beiden einzigen Kantone mit einem solchen Denkmal-Depot in der Schweiz», weiss Bertschinger. In anderen Kantonen würden alte Bauschätze entweder von Privaten entgegengenommen, gingen in den Antiquitätenhandel oder würden im jeweiligen Baukörper belassen, zum Beispiel auf den Estrich gestellt.

Bertschinger beschreibt, wie ein Objekt den Weg ins Depot findet: «Es wird beispielsweise irgendwo ein unter Schutz stehendes Gebäude restauriert und saniert. Gewisse alte Bauteile müssen aber ersetzt werden und finden keine Verwendung mehr. Dann kommen wir ins Spiel. Wir übernehmen diese Teile und lagern sie ein.

Andererseits gibt es vielleicht irgendwo im Kanton einen Bauherrn, der – ebenfalls von uns begleitet – altes Baumaterial, zum Beispiel alte Ziegel benötigt, um sein Bauobjekt auszustatten. Und da helfen wir dann wiederum, indem wir bei uns eingelagerte alte handgefertigte Ziegel zur Verfügung stellen.» Diese Hilfe sei dann die Art von Subvention, die man Bauherren zugutekommen lässt, wenn sie Auflagen der Denkmalpflege zu berücksichtigen haben. «Es fliesst also kein Geld», betont Bertschinger, «wir kaufen und verkaufen nichts.»

So findet man im Depot in Derendingen alte Eisengitter, Kirchendekorationen, Orgelpfeifen, Kachelöfen, Ziegel aus allen Zeitepochen, Lampen, Türen, Fenster, bearbeitete Steine oder Säulen. «Alles, was mir wertvoll erscheint und was ansonsten vernichtet würde, kommt hierher», sagt Bertschinger, der neben seinem Amt dieses Depot betreut und kennt wie kein Zweiter.

«Angefangen mit Sammeln fürs Depot hatte mein Vorgänger, der 2008 verstorbene Markus Hochstrasser», weiss er noch. «Er war ein Sammler und noch sind viele Fundstücke von ihm hier im Depot nicht begutachtet und ausgewertet worden. Zeit und Personal fehlen.»

Am Samstag, 8. Sept., Führungen mit Urs Bertschinger ab 10.45 Uhr, 13.45 Uhr und 15.15 Uhr. (Dauer ca 45 Min.). Adresse: Affolterstrasse 7, Derendingen.