Solothurner Gewässer

Der Fischerei-Verband schlägt Alarm: Fische leiden unter der Hitze

Wenn in der Region in den nächsten Tagen kein Regen fällt, müssen Bäche und Flüsse wohl abgefischt werden.

Beim Abfischen werden Fische mit Netzen gerettet.

Wenn in der Region in den nächsten Tagen kein Regen fällt, müssen Bäche und Flüsse wohl abgefischt werden.

Die Gewässer im Kanton Solothurn sind für wärmeempfindliche Fische wie Forellen oder Äschen viel zu warm. Fällt in den nächsten Tagen kein Regen, muss in Bächen und Flüssen bald abgefischt werden.

Der Schweizerische Fischerei-Verband schlägt Alarm, besonders im Mittelland haben die Fische in Bächen und Seen zu kämpfen. «Langsam fliessende und seichte Bäche können sich zurzeit problemlos über 21 Grad erwärmen», sagt Christian Dietiker, Präsident des solothurnisch kantonalen Fischereiverbandes (SOKFV). Bereits Temperaturen über 20 Grad bedeuten für die meisten Fischarten Stress, 25 Grad über mehrere Tage sei für einige Fischarten bereits das Todesurteil.

Laut Dietiker seien kleinere Flüsse wie Dünnern und Emme, sowie die Bäche in einem besorgniserregenden Zustand. «Die wärmeempfindlichen Forellen und Äschen leiden unter den hohen Temperaturen». Wenn diese in den nächsten Tagen weiter ansteigen, müsse laut Dietiker in Flüssen und Bächen bald abgefischt werden. Dabei werden die Tiere – wenn möglich im gleichen oder in nahegelegen Gewässer – in Bereichen mit besserer Wassersituation wieder eingesetzt.

«Es braucht dringend Regen»

Weniger bedenklich sieht es im Aeschi- und im Inkwilersee aus. Dort leben Dietiker zufolge eher karpfenartige Fische, welchen eine Erwärmung des Wassers weniger zusetzt. «Aber auch dort hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Situation schnell kippen kann».

Christian Dietiker glaubt nicht, dass mit einem Massensterben wie im Jahr 2003 gerechnet werden muss: «Damals konnten wir von Mitte März an keinen Regen mehr verzeichnen». Dank der grossen Schneemengen im Winter und des Regens im Mai werde es dieses Jahr wohl weniger dramatisch.

Tiefere Lufttemperaturen reichen aber nicht aus, um ein Fischesterben zu verhindern. «Es braucht dringend Regen». Dietiker geht davon aus, dass in den nächsten fünf bis acht Tagen nachhaltiger Regen nötig wäre, um die Situation zu entschärfen. Darauf dürfe aber nicht gleich wieder eine derartige Trockenphase folgen.

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