Dieses Musikkorps ist nicht nur gross, es verbreitet auch grosse Freude bei seinen Auftritten. So wie diese Woche im Innenhof des Roggenparks in Oensingen, wo das Veteranenspiel des Solothurner Blasmusikverbandes ein rund einstündiges Konzert gab. Die Verhältnisse sind dort ideal, sowohl akustisch als auch räumlich: Das Korps spielte auf dem Rasen in der Mitte, das Publikum, darunter auch eine Vertretung der Einwohnergemeinde Oensingen, konnte rundherum Platz nehmen.

Zustande gekommen ist das nachmittägliche Konzert in Zusammenarbeit mit dem Alterszentrum der GAG. Zu hören war ein breit gefächertes Repertoire mit Polkas, Märschen, Tanzmusik und Swing. Nun könnte man glauben, weil da nur ältere Semester – erst noch in grosser Anzahl – am Spielen sind, könnte die Musik etwas angegraut daherkommen. Das ist aber überhaupt nicht der Fall. Denn was die Herren – und paar Damen – spielen, das spielen sie mit Überzeugung, Liebe und überraschender Frische, was sich wiederum auf das Publikum überträgt.

Das Rezept machts aus

«Es ist im Grund ein simples Rezept, das dem Korps zum Erfolg verhilft», erklärt Robert Grob (Obergösgen), seit rund einem Jahr Dirigent des Spiels. «Es ist nicht unser Ziel, einen Wettbewerb zu gewinnen. Wir machen ganz einfach jene Musik, die gefällt und Spass macht. Dazu gibts jede Menge Notenmaterial, die dem Können der Musizierenden angepasst ist.»

Wie kommt überhaupt Robert Grob dazu, das Veteranenspiel zu leiten? Immerhin war der heute 64-Jährige bis vor kurzem der oberste Chef der Schweizer Militärmusik. «Ja, ja, ich weiss. Man fragte sich, ob das gut kommt mit einem, der militärischen Befehlston gewohnt ist», sagt Grob mit einem Schmunzeln. Ferner habe es Einwände gegeben, weil er nie im Solothurner Kantonalmusikverband aktiv war. Er sei sich ja, nachdem er angefragt worden war, auch nicht sicher gewesen, gibt Grob zu. «Wir vereinbarten eigentlich eine Testphase. Doch nach der ersten Probe war für mich schon klar: Wenn die mich wählen, so kommt das gut.» Ganz offensichtlich waren die Veteranen derselben Meinung und wählten Grob prompt zu ihrem Dirigenten; sein Vorgänger war der 2013 verstorbene Walter Joseph, dazwischen amtete Vizedirigent Rolf Stebler.

«Dieses Korps zu leiten, ist für mich nicht bloss ein Job, sondern eine Herzensangelegenheit», betont Robert Grob. Er habe schnell gespürt, welch grosses Potenzial da vorhanden ist und wie leicht sich die Musikantinnen und Musikanten für etwas begeistern lassen. «Und dann die Disziplin, die hier herrscht, jede Probe ist praktisch voll besetzt. Davon kann ein Dirigent nur träumen.»

Mit Walter Scholz als Solist

So will Grob denn auch mehr unternehmen mit dem Korps, «von dem grossen Potenzial ausschöpfen», wie er sagt. Dazu gehört, das Repertoire noch abwechslungsreicher zu gestalten, so mit Rosinen der Marschmusik, mit swingenden Evergreens und Tanzmusik. Dann soll das Repertoire auch gebührend aufgeführt werden, und zwar als «Konzert um drei» (bzw. 15 Uhr) in einem Saal in Olten, Oensingen, Solothurn, Grenchen oder im Schwarzbubenland. «Aber wir wollen nicht forcieren, nächstes Jahr soll mal eines stattfinden», sagt Grob. Als Solist zugesagt hat der mittlerweile 76-jährige Trompeter, der mit der «Sehnsuchtsmelodie» berühmt wurde: Walter Scholz.