Leimental
Der Doppelspurausbau Ettingen–Flüh kann 2013 beginnen

Der Doppelspurausbau der Tramlinie 10 der Baselland Transport AG (BLT) im Leimental zwischen Ettingen und Flüh wird 2013 beginnen und planmässig Ende 2014 abgeschlossen sein.

Boris Burkhardt
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Bei der Haltestelle Ettingen BL wird das Tramtrassee von zwei auf ein Gleis reduziert.

Bei der Haltestelle Ettingen BL wird das Tramtrassee von zwei auf ein Gleis reduziert.

bzr

Ziel des Ausbaus ist ein 7,5-Minuten-Takt von Dornach bis Flüh; die Strecke Flüh–Rodersdorf wird beim 15-Minuten-Takt bleiben. Laut dem Baselbieter Regierungsrat hat der Bund nun seine Beteiligung zugesagt und wird ein Drittel der rund 28 Mio. Franken Gesamtkosten ohne Mehrwertsteuer übernehmen. Dem Kanton Baselland bleibt ein Anteil in Höhe von 16,5 Mio. Franken, die er nun dem Landrat beantragen wird.

2,73 Mio. Franken aus Solothurn

Im Kanton Solothurn ist der Doppelspurausbau im Mehrjahresprogramm öffentlicher Verkehr für die Jahre 2013–2016 vorgesehen, das der Regierungsrat letzte Woche verabschiedet hat (wir berichteten). Der Solothurner Anteil beträgt 2,73 Mio. Franken, so Rolf Allemann von der Abteilung öffentlicher Verkehr im Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT). Dieser Anteil wird vom Kantonsrat voraussichtlich Anfang November im Rahmen des gesamten Verpflichtungskredits von 31 Mio. Franken genehmigt werden.

Laut Axel Mühlemann vom Baselbieter Tiefbauamt handelt es sich bei der Ausbaustrecke um rund 2,4 Kilometer Gleis, die verdoppelt werden müssen. Dabei baue der Kanton tatsächlich nur die Strecken, die laut den Simulationen notwendig für den 7,5-Minuten-Takt seien. Es gibt deshalb zwei Abschnitte, jeweils zwischen den Haltestellen Sonnenrain und Witterswil sowie Bättwil und Flüh, die einspurig bleiben werden.

Der Bund müsse sich am Ausbau finanziell beteiligen, weil die Tramlinie 10 als Überlandstrecke unter das Eisenbahngesetz falle, erklärte Mühlemann. Der ursprünglich vorgesehene Baustart im letzten Jahr hätte allerdings nur stattfinden können, wenn die Kantone Baselland und Solothurn die Kosten alleine übernommen hätten. Laut Andreas Windlinger, Sprecher des Bundesamtes für Verkehr, hatte 2011/2012 die Substanzerhaltung der Strecke Priorität; erst jetzt seien die nötigen Gelder für den Ausbau vorhanden.

Für 60000 Leimentaler/-innen

Ettingens Gemeindepräsident Kurt Züllig und der Hofstetten-Flüher öV-Delegierte Werner Klaus zeigen sich betonen beide, wie wichtig die Tramlinie 10 für das hintere Leimental sei, das keine andere Verbindung zur Stadt habe. «Äusserst erfreut» ist auch BLT-Chef Andreas Büttiker: «Wir haben sehr stark gekämpft, um zu zeigen, welchen Nutzen der Doppelspurausbau bringen wird.» Das sei durch den Einsatz vieler Politiker auf Kantons- und Bundesebene aller Parteien möglich geworden, erinnert Büttiker. Namentlich nennt er die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter, den Solothurner Ständerat Pirmin Bischof sowie die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro.

«Sanierung wäre ohnehin fällig»

Ein wesentliches Argument ist laut Büttiker die Tatsache gewesen, dass die BLT die Gleisabschnitte, die nun ausgebaut werden, in zwei bis drei Jahren sowieso hätte sanieren müssen. Das hätte 17 Millionen gekostet: «Die Doppelspur kostet also nur 10 Millionen Franken mehr.» Büttiker rechnet auch damit, dass der 7,5-Minuten-Takt mehr Fahrgäste anziehen wird, dabei aber keine zusätzliche Tramzüge oder Fahrer gegenüber dem jetzigen 15-Minuten-Takt vonnöten seien: «Bisher stehen die Trams nur in Ettingen und warten.»

Die Hauptphase des Baus beginnt laut Büttiker erst 2014, weil nächstes Jahr in den Sommerferien
das Reinacher Dorfzentrum saniert werde und die BLT so lange
einen Schienenersatz einrichten müsse. Die BLT wird Bauherrin des Projekts sein, in Abstimmung mit den Kantonen Solothurn und Basel-Landschaft. Mitarbeit: cva