Im Wallierhof ist jemand am Aufräumen. Auf dem Tisch stapeln sich Plastikmäppchen, Olma-Fahnen liegen in einer Kiste. Direktor Robert Flückiger geht nach 33 Jahren in Pension. Im Kanton gibt es nur noch wenig aktive Bauern, die nicht zu ihm in die Schule gegangen sind.

«Über 1000 Schülerinnen und Schüler haben während meiner Zeit am Wallierhof die Ausbildung als Landwirt abgeschlossen und rund 800 Frauen die Bäuerinnenschule besucht», sagt der Bucheggberger, der seit 1996 Wallierhof-Direktor und ab 1998 auch noch Chef des Amtes für Landwirtschaft war. 1980 war er als Pflanzenbaulehrer an die Solothurner Bauernschule gekommen.

Tausende Besucher

Langsam dringt die Sonne durch den Winternebel, der Parkplatz vor dem Wallierhof ist überfüllt, Autos stehen auf der Strasse. Das ist der Haupterfolg von Robert Flückiger und seinem Team: Sie haben das Bildungszentrum Wallierhof geöffnet. Der Wallierhof wurde zum Tagungsort, die Aus- und Weiterbildung ziehen ein breiteres Publikum an, Tausende kommen zum Wallierhoftag oder zur Chabis-Hobblete. Noch 1998 wurde die Schliessung der Landwirtschaftsschule diskutiert. Heute ist das im Kanton trotz hochroter Zahlen kein Thema mehr.

Ist das nicht ein Widerspruch? Sind doch in den letzten 20 Jahren gegen 25 Prozent der Bauernhöfe verschwunden. «Nein, wir bilden eher zu wenig Leute aus», sagt Flückiger. Die Schülerzahl blieb in den letzten Jahren konstant. Nur etwa 70 bis 80 Prozent der Abgänger übernimmt einen Hof, die anderen findet eine Stelle im vor- oder nachgelagerten Bereich, etwa als Agrarkaufmann bei der Landi.

«Im Berggebiet haben wir praktisch keinen Strukturwandel», sagt Flückiger. Im Mittelland verschwinden pro Jahr aber ein bis zwei Prozent der Betriebe. «Der Strukturwandel passiert auch über die Frage, ob ein Nachfolger vorhanden ist. Meist laufen die Betriebe mit einer Generation aus», analysiert der frühere FDP-Kantonsrat. «Und in einem Betrieb, der zu klein ist, macht der Sohn meist nicht weiter.» Pessimistisch ist der Agraringenieur deswegen nicht. «Die Bauernfamilien sind sich Anpassungen gewohnt. Unter dem wirtschaftlichen Druck haben sich viele spezialisiert.» Agrartourismus oder Selbstvermarktung sind Zeichen dafür.

Es sei seltener geworden, dass mehrere Söhne einer Familie an den Wallierhof kommen. «Wenn, dann ist meistens schon im Voraus klar, dass einer etwa Agrarkaufmann wird oder an die Fachhochschule gehen will», sagt Flückiger.

Vom Lehrer zum Weinbauer

So richtig habe er sich noch nicht mit der Pensionierung beschäftigt, sagt Flückiger. Klar ist: In seinem Leben wird sich künftig noch mehr um den Buechibärg drehen. Flückiger ist im Verein Pro Buechibärg engagiert, setzt sich fürs Schloss Buechegg ein und wird die Umgebung um sein umgebautes Bauernhaus pflegen. Künftig will Flückiger vermehrt mithelfen, die 24 Aren Reben unter dem -Schlössli zu pflegen. Wenn er sich ein Glas Wein gönnt, wird er keine schlechte Erinnerung an den Wallierhof, das Amt beim Baseltor oder das Rathaus haben.

Und zum Schluss eine Frage an den abtretenden Chef des Amtes für Landwirtschaft. Was ist mit dem Klichee, dass Bauern oft jammern? «Wenn ich bei den KMU zuhöre, ist das dort nicht anders», lacht Flückiger. «Wir haben sehr pflegeleichte Bauern, wenn man an all die Veränderungen denkt.»