Rund um den Rauptierpark von René Strickler in Subingen tut sich etwas – oder auch nicht? Die Zeichen sind widersprüchlich. Wie schon so oft ist ein Weisser Ritter aufgetaucht, der dem Raubtierpark den nötigen Schub, sprich eine Zukunft nach 2015, sichern könnte. Die Rede ist von einer Trägerschaft. Mehr könne er nicht sagen, so René Strickler. «Die Verhandlungen laufen.»

Was diesmal die Geschichte am Leben erhält, ist der Hinweis des Besitzers des Landes, auf dem der Raubtierpark steht. Da sei eine neue Trägerschaft aufgetaucht, so Theodor F. Kocher von der Landbesitzerin Espace Real Estate AG. Aber auch er will nichts weiter zu den Verhandlungen mit dieser neuen Trägerschaft sagen. «Sie ist am Zug.»

Bereits im November berichtete Strickler im Newsletter des Raubtierparks nicht nur vom Ableben des Leoparden Amigo, der mit 14 Jahren an einer Bauchfellentzündung stirbt, und von der 15-jährigen sibirischen Tigerin Chère die einem Krebsleiden erlag.

Strickler ruft in seinem Newsletter auch zum Spenden für den Raupierpark auf. Noch immer sei die Zukunft des Raubtier-Parkes nicht gesichert. Die Vermieterin des jetzigen Standortes wäre bereit, das Grundstück sowie einen Teil des Landes drumherum, zu verkaufen, so Strickler im Newsletter. Nun gelte es, die benötigten Gelder zu generieren, die der Stiftung René Strickler zugute kämen. Die Stiftung gründete Strickler 2005, als er Aussicht auf einen Standort in Dompierre hatte. Die Hoffnungen auf den neuen Standort zerschlugen sich, die Stiftung existiert weiterhin.

Schlager-Partys in der Manege

Dieses Wochenende gelangten die Deitingerin Barbara Schäfer und ihr Lebenspartner, Musiker Stefan Proll aus dem österreichischen Höchst bei Bregenz, mit einer Mitteilung an die Öffentlichkeit. Sie haben Kontakte in die Schlagerszene und organisieren seit einigen Jahren jeweils ein Benefiz-Konzert für den Raubtierpark. Dieses Mal ist die Mitteilung aber mit einem Aufruf versehen: «Rettet den Raubtierpark von René Strickler.» Sie laden ein zu einem Happy Day im Raubtierpark am letzten Sonntag im 2014.

Dann werden Schlager-Partys in der Manege durchgeführt. Konkret sollen an drei Konzerten die Interpreten Simon Broch, Laysa, Ben Berg und Steffi Proll singen. Im Hinweis zum Konzerttag schreiben Schäfer und Proll. «Das Projekt Dschungel World in Subingen ist es Wert, gefördert zu werden.» Pläne seien vorhanden. Es fehle einzig an den Finanzen. «Wir haben uns entschieden, mit auf sein Boot zu steigen, und wir versuchen mit unserem Anlass zu helfen.»

«Es brennt»

Sind sie die neue Trägerschaft für René Stricklers Raubtierpark? «Wir sind nur Besucher des Parks und fasziniert von der Arbeit Stricklers. Wir wollen einfach helfen», erklärt Barbara Schäfer ihr Anliegen. Die Bevölkerung müsse darauf aufmerksam gemacht, «dass es jetzt brennt». René Strickler kämpfe seit Jahren für den Park, aber er stehe etwas auf verlorenem Posten da. «Jetzt hat er nicht mehr viel Zeit.» Die Einnahmen an den Konzerten am Sonntag, 28. Dezember, seien nur ein Tropfen auf den heissen Stein, weiss auch Barbara Schäfer. Sie würden noch weitere Konzerte organisieren und Lieder («Tiger-Lieder») zu den Raubtieren komponieren, eine CD produzieren und mit dem Erlös das Projekt unterstützen.

Hoffnung nicht aufgeben

«Ein ernsthaftes Angebot werden wir auch prüfen», erklärt Landbesitzer Theodor F. Kocher. Würden die Rahmenbedingungen stimmen, sei ein Verkauf des Geländes möglich.

Zu den Rahmenbedingungen kann man auch das triste Erscheinungsbild zählen, welches der Park hinterlässt. Dass sich deswegen schon manche interessierte Gemeinde von den Verhandlungen zurückgezogen hat, weiss ein Insider. Kein Problem für René Strickler: «Am Ende ist alles eine Frage des Geldes.» Er sei nach wie vor auch mit zwei Gemeinden in Kontakt, aber es sei schwierig, Landwirtschaftsland umzuzonen. Er sei mit allen Gesprächspartnern auf gutem Weg. «Es wird sicher ein positives Resultat geben.»

Barbara Schäfer bleibt auf dem Boden. René Strickler sei manchmal ein Träumer. Sie habe aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass jemand mit viel Geld kommt und den Park rettet.

www.raubtierpark.ch