Wiederum für drei Wochen hat der gebürtige Brite, an der Universität von Kalifornien ausgebildete und in New York tätige John Beech im Haus der Kunst St. Josef in Solothurn gearbeitet. Wie bereits 2011 war das Haus der Kunst somit Atelier und Inspirationsort für den 1964 geborenen Kunstschaffenden. Mit «Viewpoint» ist die Ausstellung getitelt und präsentiert als eine Art experimentell-konzeptuelle Sichtweise einen kuriosen künstlerischen Standpunkt zwischen Betrachtung von Konstruktion und Intention, Minimalismus und Wirkung, Zufall und Reflexion.

Basis sind alltägliche – teilweise industrielle – Materialien wie Gips, Bau- und Holzfaserplatten, Schaumstoffisolierungen, Recyceltes, deren gegenständliche Bedeutung er über die reduzierte Formensprache einem neuen, nun abstrahierten Stellenwert zuführt. Aus schwarz-weiss gesprenkelten Styroporelementen hat er einen lebensgrossen Container im Hauptraum aufgebaut. Die Schwere des ersten Eindrucks weicht der Irritation des Leichten, der Blick ins Innere offenbart eine malerische Absicht, die dunkelgrüne, fast schwarze Farbe erweitert das Räumliche in die abstrakte Bildidee.

John Beech reflektiert mit seinen eigenwilligen Arbeiten einerseits die suggestiven Wahrnehmungen und deren mögliche Assoziationen. Aber es geht ihm auch um experimentelle Situationen, um eine Malerei als Experiment, hinter die Dinge schauen, mehr über die Dinge hinter der Malerei zu erfahren, ja sie vielleicht in die Bilder zu transformieren. Da werden die Baumaterialien zu traditionellen Bildträgern, spielen über die neue Sichtweise mit der Ästhetik der gewohnten Bild-Erwartung.

Im Altarraum zeigt er Arbeiten auf Leinwand. Hierzu hat er schwarze Ölfarbe aufgetragen, die Leinwände zweimal aufeinander gedruckt und zu schwarz-weissen Kompositionen zusammengestellt. Doch sind – aus Zufall – einige Leinwände durch die Ölfarbe zusammengeklebt geblieben. Beech hat diese Bilder neu gedeutet als «closed painting» und als in sich, ihre Inhalte verschliessende Bilder, an die Wand gehängt. Die Rückseite aus Holzlatten und roher Leinwand ist nun Bildansicht, die man drehen und wenden kann, wie man will, Bildentstehung und -motiv bleiben ein Rätsel. Im Chorraum dann ragen kleine rätselhafte Objekte aus den Wänden. Aus verschiedenen Materialien konstruiert, weiss und mit je einer Farbe akzentuiert, vereinen diese unfigürlichen Individuen Malerei und Objekt, verleihen dem Raum einen meditativen Charakter, um die Möglichkeit skulpturaler oder architektonischer Fragmente anzudeuten.

Bis 19.10.2014. Geöffnet: Do/Fr, 17 bis 20 Uhr, Sa/So, 13 bis 17 Uhr.