Aktion
Der 72-Stunden- Einsatz tut allen gut

In der ganzen Schweiz sind dieses Wochenende rund 25000 bis 30000 Kinder bei der Aktion «72 Stunden» aktiv und leisten Arbeiten für die Gemeinschaft.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Openair in Härkingen: Kinder und Jugendlichen knüpfen fleissig Blachen zu einem Sarasani-Zelt Weiter hinten wird ein Loch für den 14 Meter hohen Mast, der das Zentrum des Sarasani-Zeltes sein wird, gegraben. Die Jubla Härkingen organisierte in 72 Stunden ein Open Air, welches am Samstagabend stattfand.
8 Bilder
Pause auf den Blachen Die Kinder durften sich entweder für den Aufbau des Sarasani-Zeltes anmelden oder für das Basteln und Werben. Das Gebastelte wird dann als Deko für das Open Air verwendet.
Die JuBla Winznau baut im Sidemätteli einen Waldteil zu einem Waldspielplatz um, der für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Die gesamte Organisation übernahmen die Mitwirkenden selbst.
Aktion 72-Stunden im Kanton Solothurn
Kinder der Pfadi Solothurn nutzen ihre 72 Stunden, um Holzpaletten in Sitzbänke zu verwandeln. Am Freitag konnten die jungen Mädchen und Burschen der Abteilungen Weissenstein und St. Urs auf dem Solothurner Henzihof dabei beobachtet werden, wie sie die dazugehörigen Teilarbeiten ausführten.
Darunter fallen das Grundieren mit weisser Farbe, das Schleifen und Zuschneiden des Holzes sowie das Zusammennageln der Bänke.
Jugendarbeit Unterer Leberberg JaUL baut in Flumenthal einen Barfussweg mit rund 45 Kindern aus den angeschlossenen Gemeinden.
Selbst die Kleinsten packen mit an Die Idee, einen Barfussweg zu realisieren, habe schon lange in den Köpfen gespukt, sagen die Verantwortlichen. Es ist etwas, bei dem auch kleinere Kinder ohne Probleme mitmachen können; «und auch für die Grossen ist es eine Herausforderung.»

Openair in Härkingen: Kinder und Jugendlichen knüpfen fleissig Blachen zu einem Sarasani-Zelt Weiter hinten wird ein Loch für den 14 Meter hohen Mast, der das Zentrum des Sarasani-Zeltes sein wird, gegraben. Die Jubla Härkingen organisierte in 72 Stunden ein Open Air, welches am Samstagabend stattfand.

Bruno Kissling

Mit dem Start am Donnerstagabend punkt 18.11 Uhr im Kofmehl in Solothurn wurde in der Region Solothurn die diesjährige Aktion «72 Stunden» eingeläutet. In den Jahren 2005 und 2010 wurde dieser Anlass bereits erfolgreich durchgeführt. Jetzt ist es wieder so weit.

Die Idee hinter «72 Stunden» ist so einfach wie bestechend: Innerhalb von exakt 72 Stunden setzen Jugendgruppen in der ganzen Schweiz eigene, gemeinnützige und innovative Projekte um. Sie renovieren zum Beispiel einen Spielplatz, bauen eine Halfpipe oder inszenieren ein Theater mit Behinderten, verkaufen selbst gemachte Backwaren für einen guten Zweck – den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

Die ganzen Aktionen sind auch ein Wettlauf mit der Zeit, denn innerhalb der vorgegebenen Zeitspanne soll das geplante Vorhaben umgesetzt sein. Schweizweit verantwortlich für die Aktion ist ein Projektteam der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV).

Rund 25 000 bis 30 000 Kinder aus der ganzen Schweiz machen dieses Jahr mit und haben bis zum Schlusspunkt heute Sonntagabend um 18.11 Uhr rund 450 gemeinnützige Ideen in die Realität umgesetzt. Das sollte dann über eine Million Stunden Freiwilligenarbeit ergeben. Im Internet können sich die beteiligten Gruppen jeweils über den Stand der Arbeiten orientieren. Braucht jemand noch Farbe, Holz oder Äpfel? Auch solches kann via Internet aufgerufen werden.

Eine weitere Bedingung an die Mitmachenden: Sämtliches Material, welches die Jugendgruppen für ihre Einsätze verwenden, sollte unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, nichts soll gekauft werden. Auch die Esswaren und die Getränke müssen von den Verantwortlichen der Anlässe selbst hergestellt oder möglichst auf Spendenbasis besorgt werden.

Es sei erstaunlich, wie hilfsbereit und zuvorkommend die angefragten Personen seien, sagt beispielsweise Sandra Augstburger von der Jugendarbeit Unterleberberg JaUL. «Und sehr viele Eltern helfen uns mit Esswaren oder organisatorischen Handreichungen.»

Neben den Aktivitäten zur Aktion «72 Stunden» gehört auch das möglichst kontinuierliche Zusammensein mit der Gruppe. Bei der JaUL heisst das beispielsweise auch «gemeinsames Übernachten in der Turnhalle in Flumenthal». Das ist für die Kinder natürlich genauso spannend wie das gemeinsame Arbeiten und Werken.

Wer also an diesem Wochenende Kindern und Jugendlichen begegnet, die mit einem orangefarbenen T-Shirt bekleidet sind, sehr geschäftig und Leute ansprechend unterwegs sind: Bitte seien Sie ihnen gegenüber wohlwollend, denn sie arbeiten unentgeltlich für uns, die breite Öffentlichkeit.

In der Bildergalerie sind ein paar Impressionen der Besuche während der Aktion «72 Stunden» in Winznau, Härkingen, Flumenthal und Solothurn zu sehen. Doch es gibt weitere, spannende Aktivitäten in der Region. Zum Beispiel:

> In Zuchwil leben 83 verschiedene Nationen. Bei «72 Stunden» versuchen die Jugendlichen, möglichst viele ausländische Mitbewohner zu animieren, an ihrem Fest mitzuwirken. Das berichtet Tabea Lüthi. Ein grosses gemeinsames Fest soll heute Sonntag ab 11 Uhr beim Pisoni-Schulhaus und im Lindensaal stattfinden.

> In Balsthal bekommt der Spielplatz beim röm.-kath Pfarreiheim ein neues Spielhäuschen und die Kriechröhre einen neuen Anstrich.

> In Roggwil hilft die Pfadi SIWA (Roggwil/Wynau/Aarwangen) beim Projekt Taunerhaus mit. Gemeinsam soll während der drei Tage das Haus entstaubt werden. Museumsstücke, welche dort eingelagert sind, werden sortiert und geputzt. Heute steht ein kleines Rahmenprogramm an, unter anderem mit einem Flohmarkt, Verpflegung und der Gründung der gleichnamigen Stiftung Taunerhaus, Roggwil

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