Walterswil

Deponie Rothacker stillgelegt – Kanton übernimmt Nachsorge

Die Deponie Rothacker in Walterswil wird nicht mehr gebraucht. (Archiv)

Die Deponie Rothacker in Walterswil wird nicht mehr gebraucht. (Archiv)

Nach rund 45 Jahren Betriebszeit wird die Deponie Rothacker in Walterswil nicht mehr gebraucht. Für die Nachsorge ist nun der Kanton verantwortlich. Die entsprechenden Mittel wurden bereits während der Betriebsphase zurückgestellt.

Von 1973 bis im Sommer 2019 wurde im ehemaligen Steinbruch Strahm in Walterswil eine bewilligte Deponie betrieben. 1977 übernahm die Deponie Rothacker AG die Deponie und betrieb diese bis zu den letzten Ablagerungen.

In dieser Deponie Typ E, früher als Reaktordeponie bezeichnet, wurden dafür vorgesehene Industrieabfälle, Bauschutt, Aushub und Schlacke aus der Kehrichtverbrennung, sogenannte KVA-Schlacke, abgelagert. Seit 1998 gelangte mehrheitlich nur noch solche Schlacke in die Deponie.

Überdeckt und überwacht

Nach den letzten Anlieferungen wurde die Deponie mit einer bis zu anderthalb Meter mächtigen Überdeckung abgeschlossen. Das Gebiet wird nun wieder aufgeforstet.

Damit ist die Geschichte der Deponie Rothacker jedoch noch nicht zu Ende. Die schweizerische Umweltschutz- und Abfallgesetzgebung verlangt, dass solche Deponien nach ihrem Abschluss während mindestens 50 Jahren weiterhin überwacht und die nötigen Nachsorgearbeiten sichergestellt werden.

Dazu gehört unter anderem, dass das Sickerwasser einer Abwasserreinigungsanlage zugeführt wird und die notwendigen Anlageteile wie Entwässerungsleitungen, Messstationen usw. gewartet werden.

Nachsorge vorausschauend geregelt

Noch bevor der Bund Vorschriften zur Deponienachsorge einführte, hatten sich die Betreiber der drei Solothurner Deponien des Typs E - Erlimoos, Härkingen und Rothacker- 1998 mit dem Kanton geeinigt, die Organisation und Finanzierung der Deponienachsorge bereits während der Betriebsphase zu regeln. Die entsprechenden Verträge sehen vor, zur Nachsorge einen Fonds mit einem Teil der Erträge aus den angenommenen Abfällen zu äufnen. Eine aus Vertretern des Kantons und der Deponiebetreiber zusammengesetzte Kommission begleitet die Umsetzung.

Nach über 45 Jahren Betriebszeit mit gegen 800’000 Tonnen abgelagertem Deponiegut war das Finanzierungsziel für die Nachsorge der Deponie Rothacker erreicht. Dem Kanton stehen nun rund 3’860’000 Franken aus dem Deponienachsorgefonds zur Verfügung, um die gesetzlich vorgeschriebene Nachsorge während mindestens 50 Jahren zu vollziehen. Zur Vereinfachung der anstehenden Aufgaben wurde das Grundstück der Deponie zu einem symbolischen Kaufpreis an den Kanton übertragen. (sks)

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