25 000 Beschäftigte arbeiten in der Fleischbranche. Aber letztes Jahr wurden nur gerade 220 junge Leute, davon lediglich 2 im Kanton Solothurn, ausgebildet und diplomiert. «Wir müssen den Beruf attraktiver machen», riet Rolf Büttiker, Präsident des schweizerischen Dachverbandes fleischverarbeitender Betriebe und früherer Solothurner Ständerat, den Metzgermeistern des Kantons Solothurn an ihrer Generalversammlung in der «Säge» in Selzach.

Die gute Nachricht, die Rolf Büttiker zu erzählen hatte: der Fleischkonsum hierzulande hat leicht auf 1 Kilo pro Person und Woche zugenommen. Dies trotz Einkaufstourismus und trotz abschreckender Propaganda gegen den Fleischkonsum. «Als Liberaler», so Büttiker, «wehre ich mich dagegen, jemanden etwas aufzuzwingen». Das gelte erst recht für Nahrungsgewohnheiten.

«Tierschutz ist uns Metzgern wichtig», berichtete er über zahlreiche Aktionen «fundamentalistisch» eingestellter Tierschützer. Gegen aufgedeckte Skandale werde entsprechend vorgegangen. Den «Fall» der Landquarter Fleischfabrik, die nicht zum Verband gehört habe, bezeichnete er als Imageverlust für die Branche. Büttiker wartete mit mehreren Vorschlägen zu Massnahmen auf. Mit einer schweizweiten Kampagne will der gesamte Lebensmittelsektor seinen Kunden danken, die hier in langjähriger Treue einkaufen.

In geraffter Form verlief der geschäftliche Teil der von Präsident André Scholl (Selzach) geleiteten 116. Jahresversammlung der 27 zum Verband zählenden aktiven Metzgermeister im Kanton. Zur hervorragenden finanziellen Ausstattung der Familienausgleichskasse und der als «Bijoux» bezeichneten Pensionskasse mit Deckungsgrad von 110 Prozent informierte Susanne Bader. Mit Applaus verdankte die 30-köpfige Versammlung die Jahresberichte.

Als zweiter prominenter Gast beklagte Marianne Meister, Präsidentin des Kantonalen Gewerbeverbandes (KGV), «das Übermass an Regulierungen». (GKU)