Kanton Solothurn
«Demo at home»: SP und Gewerkschaftsbund liefern Reden zum 1.Mai digital

Zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte dürfen aufgrund der Coronakrise zum 1.Mai keine Aktivitäten stattfinden. Im Kanton Solothurn machen Gewerkschaftsbund und SP mit einem Video auf die aktuellen Probleme aufmerksam.

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Seit 130 Jahren wird auf der Strasse der 1. Mai gefeiert und dabei für die Rechte aller Arbeitnehmenden gekämpft. Über Jahrzehnte wird Solidarität gefordert. Zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte dürfen auf Grund der Corona-Krise keine Strassenfeste und Manifestationen für Gerechtigkeit und Solidarität stattfinden. «Für Arbeitnehmende ist dies ein grosser Einschnitt in die persönlichen Rechte, aber leider notwendig», heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung des Gewerkschaftsbundes Kanton Solothurn (GbS) und der Sozialdemokratischen Partei Kanton Solothurn (SP).

Diese Tatsache würde jedoch nicht bedeuten, dass auf die aktuellen Probleme nicht aufmerksam gemacht werden könne. GbS und SP machen es dieses Jahr virtuell, mit einem knapp 36-minütigen Video mit vielen Bildern, Liedern und zahlreichen Statements von Genoss*innen und Kolleg*innen.

Im Video werden zuerst Märsche der letzten Jahre Revue passieren gelassen. Nach diesen einleitenden Bildern, kommt Markus Baumann, Präsident des Gewerkschaftsbundes Kanton Solothurn, zu Wort. Er stellt klar, dass man entschlossen sei, die berechtigten Forderungen trotz Corona durchzubringen und die Regierung beim Wort nehme, dass niemand durch die Maschen fallen werde. Zudem stehe auch die Wirtschaft vor grossen Herausforderungen, sagt er im Video.

«Solidarität hat reale Bedeutung»

Susanne Schaffner, SP-Regierungsrätin und Vorsteherin des Departements des Innern, konstatiert, dass Solidarität heute eine ganz reale Bedeutung habe und «wir müssen alle für eine funktionierendes System einstehen».

Auch Rolf Hasler, Präsident des 1. Mai-Komitees in Solothurn, tut es weh, dass zum ersten Mal seit 1890 Arbeiterinnen und Arbeiter nicht auf die Strasse gehen dürfen. Die Krise zeige unter anderem auf, wie wichtig es sei, gegen Tendenzen einer Zweiklassenmedizin zu kämpfen. Trotz Demo at home: «Ich freue mich schon auf das nächste grosse und real stattfindende Fest der Arbeiterbewegung».

Und auch Franziska Roth, langjährige Präsidentin der SP Kanton Solothurn resigniert keineswegs. Sie mache sich ihre eigene Demo und danke dabei allen Menschen für ihren Einsatz in der Krise. Allerdings stellt die Nationalrätin klar, dass «klatschen und danken allein nichts nützt. Jetzt braucht es Taten statt Worte: «Anständige Löhne für alle, denn welche Berufe systemrelevant sind, weiss nun hoffentlich jeder und jede».

Unia-Sekretär Ivano Maraffino stellt in seiner Videorede klar: «Es gibt nicht nur systemrelevante Banken, sondern auch systemrelevante Berufe, aber der grosse Unterschied liegt darin, dass in der Pflege, Logistik, Kinderbetreuung, im Detailhandel usw. Löhne bezahlt werden, die im Gegensatz zu denjenigen der Banken miserabel sind». Dies müsse sich ändern, so der Gewerkschafter.

Auch Urs Huber, SP-Kantonsrat und Sekretär beim SEV moniert, dass der 1. Mai so aktuell stattfindet wie noch nie. «Alles was im Staat so typisch sozialdemokratisch ist, hilft den Menschen und der Wirtschaft». (mgt)