Niederbipp

Dem «Weltenbürger aus Amrein» gewidmet: In dieser Ausstellung gibts Poesie aus dem «Dorf am Berg»

Die Büste des Dichters sowie eine Fotoserie aus seinem Leben sind in der Ausstellung im Räberstöckli zu sehen.

Die Büste des Dichters sowie eine Fotoserie aus seinem Leben sind in der Ausstellung im Räberstöckli zu sehen.

Mit einer umfangreichen Ausstellung über das Leben des Schriftstellers Gerhard Meier wird im Räberstöckli in Niederbipp, seinem Heimatdorf, sein 100. Geburtstag gefeiert.

«Was idyllisch sein könnte, wird von dem Lyriker entzaubert», heisst es in einem Nachruf auf Gerhard Meier. Seine Texte sind subtil und unaufdringlich, der Fokus auf das Banale und Alltägliche gerichtet.

Der Autor und Lyriker ist 1917 in Niederbipp geboren, dem Dorf, welchem er in seinen Texten den Namen Amrein gab. Beinahe sein ganzes Leben verbrachte Gerhard Meier in seiner Heimat, 33 Jahre davon arbeitet er in einer Lampenfabrik. Erst mit 54 Jahren gab er seinen Beruf auf, um sich seiner Leidenschaft, dem Schreiben, zu widmen. Seine ersten Veröffentlichungen zeigten eine poetische Spiegelung einer Stillen Existenz.

In den 60er-Jahren veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband, in den 70er-Jahren begann er mit dem Schreiben von Romanen. Die Öffentlichkeit wurde auf ihn aufmerksam, als ihm Peter Handke die Hälfte seines Franz-Kafka-Preises zukommen liess. Trotz der Ehrungen und Preise führte Gerhard Meier ein zurückgezogenes und unprätentiöses Leben in Niederbipp. Sein letztes Buch «Ob die Granatbäume blühen» widmete er seiner verstorbenen Frau Dorli, mit welcher er 60 Jahre verheiratet war. Gerhard Meier selbst verstarb am 20. Juni 2008, zwei Tage nach seinem 91. Geburtstag.

Persönlicher Einblick

«Der Weltenbürger aus Amrein» nennt der Kulturverein Räberstöckli die Ausstellung, welche dem Poeten und Schriftsteller gewidmet ist. Während eines Monats sind im Räberstöckli wunderschöne Fotografien und persönliche Gegenstände aus dem Nachlass des weltoffenen Provinzlers zu betrachten. Familienfotos und unveröffentlichte Texte wurden von den beiden Töchtern gesammelt und liebevoll zusammengestellt.

Eine Fülle von Dokumenten bezeugt Meiers Nähe zum Dorf.

Eine Fülle von Dokumenten bezeugt Meiers Nähe zum Dorf.

Sein Sohn Pedro Meier hat zu den Texten stimmungsvolle Bilder gemalt, zudem sind von ihm angefertigte Skulpturen zu betrachten. Auf einem geführten Literaturweg durch das für Gerhard Meier so wichtige «Amrein» kann man sich von seinen Texten und Gedichten verzaubern lassen. Die Textausschnitte haben jeweils etwas mit dem Ort zu tun, an welchem sie sich befinden, und zeigen das Dorf aus der Sicht, wie Meier es gesehen hat. An der Ausstellung im Räberstöckli kann man Gerhard Meier als Schriftsteller, aber auch einfach als Mensch nachspüren und in seine unaufgeregte und doch so bewegende Welt eintauchen.

Ausstellung «100 Jahre Gerhard Meier», bis 25.06.17 im Räberstöckli in Niederbipp.

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