Trinkwasser

Dauer-Messstellen zur Kontrolle der Pflanzenschutzmittel-Belastung

Nehmen fünf Gewässer speziell unter die Lupe: Philipp Staufer und Magdalena Gisiger vom Amt für Umwelt.

Nehmen fünf Gewässer speziell unter die Lupe: Philipp Staufer und Magdalena Gisiger vom Amt für Umwelt.

Sauberes, gesundes Trinkwasser aus den Hähnen sprudeln lassen: Inzwischen auch bei uns keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Meldungen von Pestizidrückständen im Grund- und Trinkwasser beunruhigen die Konsumenten. Und sie unterstreichen die Wichtigkeit jener 31 Massnahmen, die der Kanton mit dem bereits im März 2018 beschlossenen Aktionsplan eingeleitet hat.

Der Verzicht auf Herbizide, die Förderung des extensiven Anbaus und die Stärkung der Aus- und Weiterbildung der Landwirte sind Vorgaben, die der Bund seinerseits bereits 2017 mit seinem «Aktionsplan Pflanzenschutzmittel» vorgegeben hat. Um zu kontrollieren, was die vom Bund und dem Kanton erlassenen Vorgaben bewirken, sollen an fünf repräsentativen Gewässern im Kanton Messstationen eingerichtet werden (Details in der Box unten). An einer ersten Veranstaltung für betroffene Gemeindevertreter, Landwirte und Medienvertreter in Messen informierten Mitarbeiter des kantonalen Amtes für Umwelt (AfU) über das Vorhaben. «Vor Ort erhobene Beobachtungen und Fakten sind wichtig, um festzustellen, was die getroffenen Massnahmen bewirken», erklärte Philipp Staufer, Abteilungsleiter Wasser im AfU. Gestützt darauf könne der Kanton nur im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv werden. Dagegen sei es Sache des Bundes weiterreichende Vorschriften zu machen und etwa Grenzwerte zu verändern. Dabei setze man darauf, «dass der Bund seine Sache macht».

Laut Magdalena Gisiger, wissenschaftliche Mitarbeiterin im AfU, werden die Messanlagen Anfang nächsten Jahres gebaut und voraussichtlich im kommenden März sollen die Messungen der chemischen Wasserqualität starten. «Um die Konzentrationen der Pflanzenschutzmittel, derer Abbauprodukte und auch weiterer Mikroverunreinigungen zu messen und später auch auszuwerten, ist in den Jahren 2020 bis 2025 – jeweils von März bis Oktober – eine konstante, stündliche Entnahme einer kleinen Wasserprobe notwendig.»

«Die Messstellen Limpach, Mülibach und Moosbächli ermöglichen Rückschlüsse auf die Massnahmen in der Landwirtschaft, da ihr Einzugsgebiet in einem intensiv genutzten Landwirtschaftsgebiet liegt», erklärt die AfU-Vertreterin. Mit einer weiteren Messstelle an der Dünnern in Olten werde schliesslich ein Oberflächengewässer beprobt, «das den Einfluss der Siedlungsgebiete auf die Konzentration der Pflanzenschutzmittel aufzeigen soll». In die Dünnern wird das gereinigte Abwasser zweier Kläranlagen geleitet.

Erste Resultate frühestens im Februar 2021

Nach Angaben der AfU-Vertreter werden erste Resultate zum Zustand der beprobten Gewässer frühestens im Februar 2021 erwartet. Eine vom Regierungsrat eingesetzte Begleitgruppe, zusammengesetzt aus Vertretern der Landwirtschaft, der Gemeinden, der Umweltverbände sowie der Verwaltung, soll die Umsetzung des Massnahmenplans überwachen. Laut Magdalena Gisiger soll im Jahr 2022 «erstmals über den Umsetzungsstand» berichtet werden «und gestützt auf die Wasserqualitätsdaten der neuen Messstellen hoffentlich auch über Erfolge.» Eine abschliessende Bilanz ist nach sechs Jahren, 2026, geplant.

«Das Bundesamt für Umwelt beteiligt sich massgeblich an den Investitions-, sowie den Analysekosten der beiden Messstellen am Limpach und am Mülibächli», antwortet Magdalena Gisiger auf die Frage nach der Finanzierung.

Die Kosten für Probenahmen, Analysen und Messstellen-Unterhalt werden vom Kanton auf jährlich rund 150 000 Franken geschätzt. Die eigentlichen Baukosten der Messstellen könnten noch nicht abschliessend beziffert werden, heisst es.

Die fünf Gewässer Limpach, Mülibach, Etzikerkanal, Dünnern und Sternenbergquelle mit ihren Einzugsgebieten.

Die fünf Gewässer Limpach, Mülibach, Etzikerkanal, Dünnern und Sternenbergquelle mit ihren Einzugsgebieten.

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Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

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