Städtepartnerschaft

Das zahlen Solothurner Gemeinden für Städtepartnerschaften

Thomas Wechsler (links, Gemeinderat), Hans Ruedi Ingold (Gemeindepräsident Subingen), Maria de Lima (Präsidentin Nueva Helvecia) und Daniel Dibot (Präsident Rosario) vor der Tafel, die die Partnerschaft anzeigt.

Thomas Wechsler (links, Gemeinderat), Hans Ruedi Ingold (Gemeindepräsident Subingen), Maria de Lima (Präsidentin Nueva Helvecia) und Daniel Dibot (Präsident Rosario) vor der Tafel, die die Partnerschaft anzeigt.

Viele Städte und Gemeinden im Kanton Solothurn haben seit Jahrzehnten Partnerschaften mit Städten im Ausland. In allen zeigt sich dasselbe Bild. Die finanziellen Mittel, die aufgewendet werden, sind vernachlässigbar.

Rund 60 Personen aus Uruguay weilen zurzeit in der Schweiz. Es sind zum grossen Teil Landwirte und Personen, die in der Käsebranche arbeiten. Die Uruguayer besuchen unter anderem ihre Partnergemeinden. So weilten sie am Dienstagabend in Subingen. Zwar war das Echo in der Bevölkerung nicht allzu gross. Einige Interessierte nahmen aber am Unterhaltungsabend teil, der öffentlich ausgeschrieben war. Ähnliches erlebte auch Valerio Jelmini (Gemeindepräsident Quinto). «Wir hatten einen Abend der Begegnung ausgeschrieben», erklärt er. Rund 60 Uruguayer standen dabei 60 Tessinern gegenüber.

In der Leventina ist man sich der Geschichte sehr bewusst. Die Tessiner, die ihre Heimat in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verliessen, taten dies, weil sie hungerten. So ist verbrieft, dass 46 Personen aus Quinto nach Uruguay auswanderten. Wieso es gerade Uruguay ist, kann Jelmini nicht sagen. Quinto stand der Städtepartnerschaft mit Nueva Helvecia von Anfang an positiv gegenüber. «Wir sind keine reiche Gemeinde», macht Jelmini klar. 3000 bis 4000 Franken werden im Budget für die Städtepartnerschaft eingesetzt.

Die Reise einer Delegation der Gemeinde Quinto nach Nueva Helvecia im letzten Jahr wurde zum Teil (Flug) durch die Gemeindekasse bezahlt. Alle Teilnehmer nahmen aber Ferien dafür und bezahlten die Kosten für Unterkunft und Verpflegung selbst. Dies ist im Übrigen die gleiche Regelung, die auch in Subingen für den Besuch in Uruguay galt. Die beiden Gemeinden haben eine weitere Gemeinsamkeit: Auch in Quinto soll der Austausch zwischen jungen Menschen gefördert werden. Anders als in Subingen wurde im Tessin aber ein Verein gegründet, der die Behörden unterstützt.

Seit Jahren etablierte Partnerschaften

In der Stadt Solothurn sind die Städtepartnerschaften mit Krakau und Heilbronn eine Selbstverständlichkeit und werden intensiv gepflegt. «Den Ausschlag für die Partnerschaften gaben historische Verbindungen zu den beiden Städten», erklärt Hansjörg Boll (Stadtschreiber). Weil die Partnerschaften schon lange Jahre bestehen, haben sich in der Zwischenzeit auch Verbindungen von Vereinen und private Freundschaften ergeben. «Die Partnerschaften werden auf mehreren Ebenen gepflegt.» So reise alle vier Jahre eine Delegation aus Solothurn nach Krakau. Intensiv sei der Kontakt mit Heilbronn – sicher auch begünstigt durch die gemeinsame Sprache. Eine weitere Partnerschaft pflegt Solothurn mit Le Landeron. Insgesamt werden pro Jahr 15 000 Franken budgetiert.

Ähnlich sieht die Situation in Grenchen aus. 1971 wurde die Städtepartnerschaft mit Sélestat unterschrieben, 1988 mit Neckarsulm. «Mit den Jahren hat sich eine Regelmässigkeit eingependelt», so Stadtschreiberin Luzia Meister. Grenchner Gruppen würden beispielsweise am Corso Fleuri in Sélestat teilnehmen, eine Läufergruppe aus Neckarsulm besuche den Grenchenberglauf. Die Pfadi tausche sich aus. Das Budget für die offiziellen Ausgaben ist nur klein: 7000 Franken sind es.

Balsthal hat eine Partnerschaft mit Suprasl, einer Stadt in Polen. «Die Verbindung besteht seit mehr als 10 Jahren», erklärt Gemeindepräsident Willy Hafner. Der Kontakt wird vor allem durch den Verein gepflegt, der extra gegründet wurde. Olten ist seit 30 Jahren mit der Stadt Altenburg verbunden. Der Akzent der Beziehungen liegt laut Stadtschreiber Markus Dietler vor allem bei einem Austausch von Schülern, Vereinen und Kulturveranstaltern; die Behördentreffen hingegen finden nicht so oft statt. Im Budget sind jeweils 10 000 Franken pro Jahr vorgesehen.

Innerhalb der Schweiz

Etwas anders ist die Partnerschaft der Gemeinde Zuchwil mit Saas Baalen (Wallis). Hier geht es um eine Patenschaft. «Wir unterstützen die Gemeinde im Wallis ganz offiziell mit Geld. Wir haben auch schon ausgeholfen, wenn es darum ging, Arbeiten zu verrichten. Nach Unwettern war unser Zivilschutz im Einsatz», erklärt Gemeindepräsident Gilbert Ambühl. Die Patenschaft stammt aus Zeiten, in denen es der Gemeinde finanziell besser ging. Heute sind noch 10 500 Franken budgetiert.

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