Das Andere Lager
Das Wetter war miserabel, die Stimmung fantastisch

«Das Andere Lager» fand im Melchtal statt. Die Wetterkapriolen forderten Organisatoren und Teilnehmenden einiges ab.

Gundi Klemm
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Gruppenbild mit Teilnehmenden und Leitenden
12 Bilder
Das andere Lager 2016 in Melchtal
Das andere Lager ist auch in seiner 25. Auflage ein Volltreffer
Mancher Teilnehmende kam beim Angebot „Klettern“ hoch hinaus
Im Angebot „Graffiti“ wurde die Deko für das Jubiläumsfest im September hergestellt.
Bei Ruedi Stuber im Angebot „Musik und Gesang“ kamen „Lumpeliedli“ nicht zu kurz, was der guten Stimmung förderlich war.
Im Angebot „Schwingen“ wurde nach dem bösesten Lagerteilnehmer gesucht
Zum Jubiläumslager gab es gemeinsam mit der Gästeschar einen Ballonwettbewerb
Das Tanzbein in vollem Einsatz
Im Angebot “Rollstuhlbasketball“ konnten Fussgänger in eindrücklicher Weise in die Rolle eines Rollstuhlfahrers schlüpfen
Regierungsrat Remo Ankli sprach anlässlich des Besuchstags zur Lager- und Gästeschar
Am Jubiläumstag am Sarnersee war v.a. der Wassersport Trumpf

Gruppenbild mit Teilnehmenden und Leitenden

Christoph Büschi

Das Fazit der Lagerwoche für 150 Leute – Teilnehmende, Leiter- und Betreuungsteam – lautet: «Wetter miserabel, aber Stimmung fantastisch». Nur am Mittwoch verschonte Petrus die rund 100 Jugendlichen – zur Hälfte Behinderten und Nichtbehinderte aus dem Kanton Solothurn – mit seinen Regengüssen.

Da bot der Sarnersee ein vielfältiges Ziel für Ausflüge und Aktivitäten. Etliche Mutige schwammen sogar im 17 Grad kalten Wasser, andere paddelten lieber in zwölfplätzigen Kanus oder übten sich begeistert im Stand-up-paddling. In Begleitung von Mitgliedern des Fischereivereins Obwalden kamen die Angler zu ihrem Vergnügen, während 40 Beteiligte auf dem nahen Golfplatz ihre Geschicklichkeit erprobten.

Andere umrundeten den Wichelsee auf dem Velo. Abends traf man sich wieder in der Unterkunft, dem ehemaligen Militärhospital in Melchtal, um gemeinsam das Fussballspiel Schweiz-Rumänien zu erleben.

Flexi-Planung war angesagt

Angesichts der Wetterlage musste das Leitungsteam unter Führung von Dominic Dornbierer von Tag zu Tag im Programm bewundernswert flexibel die entsprechenden Anpassungen vornehmen. Da oben in Frutt noch Schnee lag, wurde der vorgesehene Wandertag ins Verkehrshaus nach Luzern verlegt mit der anschliessenden Möglichkeit zum allseits geschätzten «Lädele». Nach Möglichkeit wurden aber alle Disziplinen in den Lager-Räumlichkeiten, auf einem Spielfeld und einem Tennisplatz durchgeführt. So fand hier das Rollstuhl-Basketballspiel, gemischt mit «Fussgängern» statt. Zum Besuchstag am Freitag kam der frühere Nationalmannschafts-Trainer Rolf Fringer ins Lager, um eine Trainingslektion durchzuführen.

Ermöglicht hatte dies die Oensinger Stiftung «next-sport-generation» von Stefan Wolf. Als früher bekannter Kunstturner, der diesmal als motivierender Kletter-Instruktor wirkte, beteiligte sich der Innerschweizer Hans Ettlin, der einst zu den sagenhaften Jack-Günthard-Boys zählte. 40 Gäste aus Politik, Sport und aus den unterstützenden Serviceclubs erlebten Darbietungen im Tanzen und kleine Schaukämpfe im Schwingen. Dabei trafen sich der Solothurner Erziehungsdirektor Remo Ankli in Begleitung von Kantonsratspräsident Albert Studer mit seinem Obwaldner Amtskollegen Franz Enderli.
Erlebnisreiche Woche

Mit Freude bilanziert die Lagerleitung, dass auch diese Durchführung unfallfrei verlief. Ein harmonisches Zusammensein der behinderten Teilnehmenden entstand in vielen gemeinsamen Aktivitäten mit Schülerinnen und Schülern aus den Sekundarschulen Solothurn und Balsthal. «Dank guter Vorbereitung durch ihre Lehrkräfte klappte alles bestens», hiess es dazu von Lager-Verantwortlichen.

Nicht nur sportliche Ereignisse, sondern auch Köstlichkeiten aus der Küche bereicherten das Programm, etwa mit Fingerfood oder selbst belegbarer Pizza vom eigens angereisten Kleinunternehmen Jordi aus Luterbach.

«Nächstes Jahr komme ich wieder, weil es mir so gut gefallen hat», verabschiedete sich Teilnehmer Mischa nach der erlebnisreichen Woche.