Schlechtes Wetter und kein Ende in Sicht. Wir fragten in verschiedenen Branchen, wie sich diese Wetterlage auswirkt. Jonas Zürcher, Landwirtschaftslehrer Ackerbau am Wallierhof, sagt: «Es ist schon eine eher seltene Wetterkonstellation dieses Jahr. Bis Ende März fast durchgehend kalte, ja schneebedeckte Tage.» Für die landwirtschaftlichen Pflanzungen sieht er aber darin keinen Nachteil. «Weil es nie zu einer längeren Wärmeperiode kam, sind die Pflanzen in der Entwicklung noch nicht weit», erklärt er. So sei ein Erfrieren der Knospen eher unwahrscheinlich. Auch sei mit dieser Schlechtwetterperiode kein Rückstand in der landwirtschaftlichen Produktion zu erwarten. «In der Regel holt die Natur einen solchen Rückstand schnell auf.» Alles hänge davon ab, wie es Anfang April weitergehe. «Sicher ist aber die Ungeduld bei den Landwirten spürbar.»

Bei der Sämerei im Zeitplan

Maurin Oberholzer, Botaniker und Leiter der Versuchsgärtnerei bei Blumen Wyss in Zuchwil, ist ebenfalls nicht sonderlich beunruhigt über das schlechte Wetter. Wir waren etwas im Rückstand bei den Aussaaten, die im März in den Boden müssen. Gerade am letzten Mittwoch noch konnten wir die wenigen Sonnenstunden nutzen und die letzten Samen in die Erde bringen. Jetzt sind wir im Zeitplan.» Kefen- und Erbsensamen mussten noch in den Boden. «Denen machen die tiefen Temperaturen nichts. Im Gegenteil: Vieles, was wir im Herbst schon säten, hat sich unter der Schneedecke gut entwickelt», sagt Oberholzer. Mit Vliesstoffen oder Blachen solle man dagegen Setzlinge zudecken, wenn man diese bereits jetzt in den Boden brachte, erklärt der Botaniker weiter.

Weniger Freude an den kalten Temperaturen hat Oberholzers Kollege Andreas Fässler, der bei Blumen Wyss das Gartencenter leitet. «Wir wären bereit. Unsere Regale sind gefüllt. Wir spüren die Lust der Kunden, sich mit Frühlingsblumen und Osterdekorationsartikel einzudecken. Doch gekauft wird vorderhand noch nicht im gewohnten Ausmass. Wenn es dann wieder schöner wird, kommt der Publikumsansturm explosionsartig», sagt Fässler. Doch sei dieses schlechte Osterwetter ihm nicht unbekannt. «Vor vier Jahren, als wir unseren Umbau eröffneten, war das Wetter genauso. Das war fast noch schlimmer für uns.»

Die Gewinner

Doch einer freut sich über das schlechte Osterwetter, auch wenn er selbst, beim Anblick des morgendlichen Schnees am liebsten im Bett geblieben wäre, wie er schmunzelnd erzählt. Es ist Heinz Schachtler, Inhaber des Reisebüros Travellino in Solothurn. «Das schlechte Wetter treibt die Leute an die Sonne. Von meiner Warte aus kann ich sagen: Die Kanaren, Balearen und Süditalien sind ausgebucht. Nur für Ägypten hat es noch zwei, drei Plätze.» Seit Anfang März seien die Leute wie verrückt ins Reisebüro gekommen, um ein paar Tage mit Sonne zu buchen. «Das freut die Veranstalter, die Hoteliers und die Touristik-Mitarbeiter vor Ort.»