Weissenstein
Das Uhuru verbindet Welten – «Alle können hier sein, wie sie wollen»

Am «Uhuru» auf dem Weissenstein treffen sich Menschen aus der ganzen Welt, um eine Woche lang gemeinsam zu musizieren, zu tanzen, zu lernen und Gemeinschaft zu erleben.

Lara Frey
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Uhuru Festival 2019 auf dem Weissenstein: Neuankömmlinge auf dem Festivalgelände
28 Bilder
Da kann man auch mal die Beine hochlagern
Alphorn-Workshop in idyllischer Umgebung
Verweilen rund um das Uhuru-Barzelt
Uhuru Festival 2019
Beim Percussions-Workshop gehts richtig ab...
Percussions-Workshop
Percussions-Workshop
Workshop Atem-Körper-Stimme
Workshop Atem-Körper-Stimme
Beim Yoga gehts richtig zur Sache...
Kunststücke mit dem Dragon-Staff
Die Hüpfburg wird rege genutzt
Das innere aber auch äussere Gleichgewicht finden
Mit viel Ernst an der Aufbauarbeit
Das eigene Djembe bauen
...und immer wieder geht es um Rhythmus
Ein Tänzchen auf der Festivalwiese
Silvia Burgdorf, Verantwortliche Kommunikation, gibt Auskunft Uhuru Festival 2019 auf dem Weissenstein:
Freiwillige in der Küche

Uhuru Festival 2019 auf dem Weissenstein: Neuankömmlinge auf dem Festivalgelände

Hanspeter Bärtschi

«Wenn die kleinen Glöckchen an den Umbul-Umbul-Fahnen klingeln, dann weiss ich, dass das Uhuru losgeht», strahlt Silvia Burgdorf. Die 26-jährige Walliserin ist Mitglied im Organisationskomitee des Uhuru Festivals, das jährlich auf dem Weissenstein stattfindet. Sie führt über das Festivalgelände, umarmt immer wieder Bekannte, steckt sich eine «Energiekugel» aus Datteln, Rosinen und Kokos in den Mund und deutet im Festzelt auf die vielen Helfenden, die die Festivalbesucher mit Essen aus allen Ecken der Welt verwöhnen: «Wir haben eine grosse Helferkultur bei uns. Das Uhuru ist ein Gemeinschaftsfest, man engagiert sich, um gemeinsam etwas Tolles zu ermöglichen.» Der 16-jährige Elia ist einer der Helfer; er ist zusammen mit Markus für den Getränkestand zuständig. Er sei schon zum zehnten Mal am Uhuru, von klein auf besuche er das Festival mit seinen Eltern. «Es «fägt» total hier. Die Offenheit der Leute, die Unkompliziertheit, die gute Atmosphäre sind toll. Ich glaube, ich habe hier noch nie einen Streit miterlebt», sagt er. Und Kuchenbäckerin Julia fügt hinzu: «Es macht wirklich Spass, hier zu helfen. Es ist nicht so hektisch wie in anderen Küchen, man kann sich viel Zeit nehmen und Liebe in das Produkt geben.»

«Uhuru» bedeute Freiheit auf Suaheli erklärt Burgdorf. «Alle können sein, wie sie wollen, ohne kulturelle Grenzen und Vorurteile. Man geht aufeinander zu mit absoluter Offenheit und lernt sich kennen.»

Ein Familienfestival für alle Generationen

Rund 700 Teilnehmende kommen jedes Jahr ans Uhuru, unter ihnen auch viele Familien und Kinder. «Als Kind ist es ein Traum hier, denn deine Eltern sehen dich quasi nie», lacht Burgdorf. Sie war selber schon als Jugendliche hier. Wirklich unzählige Aktivitäten unterhalten die Kleinen: ein Riesentrampolin, eine Rutschbahn, ein Märchenzelt, eine Bastelecke, eine Kugelbahn, Brötchen backen, Armbänder knüpfen – die Möglichkeiten scheinen endlos. Aber auch die Erwachsenen langweilen sich nicht: Über fünfzig Workshops, jeden Tag Konzerte, offenes Musizieren, eine Bar, eine Wellnessecke, gemütliches Zusammensein und Kennenlernen in der Natur oder auf dem Festivalgelände füllen die Woche.

Musik, Tanz und Besucher aus der ganzen Welt

Vor dem Festzelt üben zwei Frauen zusammen Yogapositionen, aus einem Zelt hört man Trommelklänge, die Alphorngruppe spielt sich warm, Menschen sonnen sich vor ihren Campingzelten oder vor der Bar, spielen Gitarre, plaudern, tanzen. Eine der Sonnenden ist Johanna aus Heidelberg. Sie komme extra für das Uhuru in die Schweiz, schon seit 18 Jahren, meint sie. «Ich komme wegen der Workshops, der Konzerte, natürlich. Aber auch wegen der ganzen Mischung hier aus Natur, Zelten, der Stimmung, den Menschen.» Sie schwärmt weiter von den fantastischen Konzerten, vor allem die Gruppe Quadro Nueve sei beeindruckend gewesen mit den «total abgefahrenen Instrumenten». Sie besucht die Kurse «Harmonium und Mantra» und Taiko, das sind japanische Riesentrommeln. «Ein Uhuru ohne Trommeln ist kein Uhuru!»

Nicht nur Johanna ist von weit hergereist, viele der Gäste kommen aus anderen Ländern. So auch Yanieri Martinez. Die gebürtige Kubanerin ist zum ersten Mal am Uhuru, sie unterrichtet den Salsakurs. «Ich habe noch nie eine solche Offenheit und Freiheit der Menschen erlebt», schwärmt sie. «Es geht nicht darum, was du besitzt oder woher du kommst, sondern um den Mensch an sich, das Kennenlernen. Das finde ich unglaublich toll hier.»