Das Haus ist eine Wundertüte, gehört dem 71-jährigen Rudolf Baumann und ist in seiner ehemaligen Zahnarztpraxis an der Aarwangenstrasse 24 untergebracht. Bis vor kurzem führten er und seine Frau Susanna das Trummlehus als Museum.

«Das mussten wir aufgeben, denn wir können das viele Material gar nicht mehr so präsentieren, wie es sich gehört.» Wen das nicht stört, darf sich auf Anfrage (siehe Schluss) trotzdem im Haus umsehen. Zu jedem einzelnen Stück weiss Baumann eine Geschichte zu erzählen.

Als Ausgleich zur konzentrierten Arbeit in der engen Praxis wollte er hinaus in die Welt, um andere Menschen und Kulturen kennen zu lernen. «Dort hat mich die Sammelleidenschaft erfasst.»

Ganz besonders faszinierten ihn Rhythmusinstrumente, was daher kommt, weil Baumann als Gymnasiast Schlagzeugunterricht nahm und in Tanzorchestern und Jazzbands mitspielte.

Heute ist er ab und zu als Tambour an der Langenthaler Fasnacht unterwegs. Von überall her in der Welt schleppte Baumann Instrumente nach Hause. Aber auch in der Schweiz sah er sich um: Nur er besitzt sämtliche sieben Typen von Ordonnanztrommeln der Schweizer Armee. Dass da einer Trommeln und andere Rhythmusinstrumente sammelt, hatte sich herumgesprochen und so bekam er zahlreiche Angebote.

Die Regale in den ehemaligen Praxisräumen füllten sich. Ehemalig deshalb, weil Baumann wegen Problemen mit der rechten Hand nicht mehr als Kieferorthopäde arbeiten konnte.

Er liess sich umschulen als Erwachsenenbildner im Dentalbereich. Und er besuchte an der Universität Vorlesungen zu Geschichte und Kunst, wodurch sich für ihn ein weiteres Feld auftat.

Er fand Verbündete, darunter die Solothurner Volkskundlerin Elisabeth Pfluger, die mit ihm die Historie des Oberaargaus ausleuchteten. Mittlerweile sind von ihm 10 Bücher erschienen mit Titeln wie «Sagen aus dem Oberaargau», «Langenthal in den 1950er-Jahren», «Vom Hörensagen – die Zeit von 1850 bis 1950» sowie «Mit Trommel und Pfeife».

Bei seinen Nachforschungen stiess Baumann laufend auf Dinge, «die man meiner Meinung nach der Nachwelt erhalten muss», wie er sagt. Zum Beispiel Diaprojektoren aus verschiedenen Epochen, Stühle aus dem ehemaligen Langenthaler Kino Scala oder Klebebilderalben von Silva, Avanti etc. Beim Gang durch das Trummlehus fragt man sich, was mit all den Dingen dereinst geschehen wird.

«Das weiss ich tatsächlich noch nicht», gibt Baumann zu. Vorsorglich hat er alles in eine Stiftung überführt.

Führungen sind möglich, allerdings mit einer Vorlaufzeit. Telefon 062 929 32 26; info@trummlehus.ch