Wenn sich jemand mit dem Gastgewerbe auf dem Weissenstein auskennt, dann wohl Werner Käser. 16 Saisons lang führte er den Betrieb des Kurhaus-Restaurants und konnte während dieser Zeit so einige Hochs und Tiefs miterleben. Nun sieht es so aus, als ob sich das Kurhaus vor einem erneuten Tief befindet: Ab Mai steht es ohne Pächter da. Ob das Bergrestaurant unter diesen Umständen während der Sommersaison geöffnet haben wird, ist noch ungewiss. 

Dass Werner Käser, der immerhin einen Drittel seines Erwerbslebens auf dem Hausberg verbrachte, nun die Neugierde packt, ist nachvollziehbar. «Mich nimmt es einfach ‹wunder›, was jetzt auf dem Berg passiert», beschreibt Käser seine Reaktion, als er hörte, dass die Hotel Weissenstein AG darauf verzichtet, den Pachtvertrag mit dem jetzigen Pächter Samuel Kappeler zu verlängern. 

«Ich würde jedoch nicht so weit gehen, diese Neuigkeit als Hiobsbotschaft zu bezeichnen», fügt Käser an und meint, dass dafür schon zu oft Ähnliches passiert sei. Dennoch hofft der ehemalige Kurhaus-Wirt inständig, dass die Besitzer rasch eine Übergangslösung finden. Denn: «Das Schlimmste wäre, wenn das Kurhaus den Sommer über zu bliebe», betont Käser. Das wäre nämlich nicht nur um die vielen Gäste schade, die bei schönem Wetter ja nur so angeströmt kämen, sondern auch für den Bahnbetrieb, gibt Käser zu bedenken. Die Seilbahn Weissenstein AG wurde nicht über den Schritt der Hotel Weissenstein AG informiert. Vizeverwaltungsratspräsident Rolf Studer hofft ebenfalls, dass das Kurhaus den Sommer hindurch betrieben wird. Indizien für eine Lösung hat er allerdings keine. 

«Es kann ganz einfach sein»

Auf die Frage, ob er es sich nicht vorstellen könnte, selbst wieder im Kurhaus zu wirten, lacht Käser nur. «Nenei», sagt er schliesslich und erklärt, dass er mittlerweile nicht mehr der Jüngste sei. Diese Tatsache scheint den erfahrenen Pächter aber trotzdem nicht daran zu hindern, ein paar Überlegungen anzustellen: «Öpis» zu essen, «öpis» zu trinken und eine Toilette - das sei alles, was man für den Betrieb einer Sommerterrasse benötige, zählt er auf. «Es kann ganz einfach sein. Wichtig ist aber, dass überhaupt irgendein Angebot vorhanden ist», unterstreicht Käser, der nach alter Gewohnheit immer auf das Wohl der Gäste bedacht ist. «Eine ganze Saison zu - ja, das wäre wirklich schlimm», wiederholt Käser. (ajs)