Milchmarkt

Das sagt der Solothurner Bauernverband zum tiefen Milchpreis

Die Verhandlungen bringen keinen besseren Milchpreis. (Archiv)

Die Verhandlungen bringen keinen besseren Milchpreis. (Archiv)

Bauern bekommen zu wenig Geld für die Milch. Als Grund für den schlechten Milchpreis gibt der Solothurner Bauernverband den momentan gesättigten Milchmarkt an.

Milchbauer Pascal Heim verdient wegen des schlechten Milchpreises gerade mal 3 Franken pro Stunde.

Woher kommt der schlechte Preis? Laut Solothurner Bauernverband ist der Markt gesättigt. Edgar Kupper, selbst Landwirt und politischer Berater beim Solothurner Bauernverband, schreibt dazu: «Die Verhandlungen in der Branchenorganisation Milch haben bislang zu keinem besseren Milchpreis für die Produzenten geführt.»

Längerfristig glaubt Kupper, sei eine Anhebung des Milchpreises auf 70 Rappen pro kg unter den gegebenen Rahmenbedingungen unwahrscheinlich. Er meint: «In der Branchenorganisation Milch muss eine Einigung entstehen, damit jedem Akteur in der Milchkette ein fairer Preis zugestanden werden kann. Dies ist auch ein Teil der Stossrichtung des Gegenvorschlages zur Initiative zur Ernährungssicherheit, welcher am 24. September zur Abstimmung kommt.»

Zudem sagt er: «Womöglich kommt die Milchbranche nicht um eine gewisse Mengensteuerung herum».

Generell sei davon auszugehen, dass der Strukturwandel in der Landwirtschaft im Kanton Solothurn weitergehen werde. «Dies kann durchaus auch grössere Betriebe betreffen, wenn der Erlös für die Milchproduktion weiterhin so tief bleibt. Was momentan in der Milchwirtschaft abläuft, wird in ein paar Jahren als tiefgreifende strukturelle Veränderung sichtbar werden.»

Insgesamt 501 Milchproduzenten existieren derzeit im Kanton Solothurn; durchschnittlich besitze ein Landwirt 28 Kühe, die eine durchschnittliche Milchmenge von 191 105 kg Milch geben würden. Auch die Landwirtschaft sei heute von sozialen Problemen nicht verschont. «Überlastungen, Generationenkonflikte, Scheidungen, finanzielle Probleme, aber auch Burnouts sind klar zunehmend und feststellbar», schreibt Kupper und betont: «Der Solothurner Bauernverband macht sich in verschiedenen Bereichen für eine produzierende und nachhaltige Landwirtschaft mit einem tiefen Kostenumfeld und wenig bürokratischen Hindernissen stark. » (frb)

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