Am Dienstag Abend wurde im Gewölbekeller des alten Spitals das neue Energiekonzept des Kantons Solothurn vorgestellt. Im Anschluss fand ein Podiumsgespräch mit Vertretern aus Politik und Energiebranche statt. Es diskutierten Dr. Martin Eschle, Leiter Markets Western Europe des Energiekonzerns Alpiq, Dr. Ulrich Münch, Leiter Stromvertrieb und Mitglied der Geschäftsleitung der AEK Energie AG in Solothurn, Dr. Jürg Liechti, Vorstandsmitglied Aktion für eine vernünftige Energiepolitik Schweiz, Martin Würsten Chef Amt für Umwelt des Kanton Solothurn und Kantonsrätin der grünen Partei, Brigit Wyss.

Die Podiumsteilnehmer sind sich einig: Die Ziele sind ehrgeizig. Das Konzept stösst in die richtige Richtung. Auch bezüglich Strompreise existiert beinahe Einstimmigkeit. Die tiefen Tarife würden nicht zum Sparen anreizen. «Es tut nicht weh im Portemonnaie», so Martin Eschle. Bei den Umsetzungswegen gehen die Meinungen auseinander.

Stromabgabe umstritten

Bei einem Thema sind sich die beiden Vertreter der Stromkonzerne, einig: Sie setzen sich für möglichst wenige Regulierungen ein. «Solche regulatorische Eingriffe schränken den freien Lösungsraum eines Unternehmers ein», so Eschle. Münch bemängelt darauf: «Von einer Lenkungsabgabe können sich nur vermögende Leute befreien». Manche Kunden der AEK würden den Strom mit ihren Sozialabgaben bezahlen. Anders sieht dies Martin Würsten. «Eine Stromabgabe würde die Effizienz fördern». Die Leute seien zu wenig gut informiert, kritisiert er. «Sie wissen nicht, wo und wie sie sparen können. Ich habe es noch nie erlebt, dass mir ein Energiekonzern zeigte, wie ich Strom sparen kann.» Ulrich Münch entgegnet darauf, die Stromanbieter seien nicht dazu verpflichtet. «Was wollt Ihr jetzt? Eingriffe oder keine Eingriffe?», kontert Martin Würsten darauf. 

Bezüglich Abgabe wird er von grüner Seite unterstützt. «Die Energiekonzerne waren bis anhin dazu motiviert möglichst viel Strom zu verkaufen. Das war ein falscher Anreiz!», so Brigit Wyss.

Unterschiedliche Lösungswege

Gleicher Meinung sind sich fast alle beim Thema CO-2-Ausstoss. «Die Politik muss dafür sorgen, dass der CO-2-Preis steigt», sagt Eschle. Die Forderung von Brigit Wyss geht weiter: «Wir möchten, dass die Einnahme der CO-2-Abgabe an die Bevölkerung zurück geht.» Die AEK hingegen bevorzugt eine bessere Förderung der Energieberatung.