Kein einfaches Krankenhaus: «Wir bauen hier ein Spital», stellt Alfredo Pergola, Gesamtleiter des Projekts Neubau Bürgerspital Solothurn, klar. Ein modernes, helles, teils sogar farbiges. Ein «Gesundheitsbau», wie Pergola auf dem Baustellenrundgang erklärt. Das wohl Auffälligste am Neubau: die Fassade. Das ganze Bettenhaus ist nun mit einzelnen weissen Elementen eingekleidet. «Brise Soleil» nennt sich das System, das das Sonnenlicht eben «brechen» und so verhindern soll, dass Patienten und Pflegepersonal geblendet werden, oder dass der Neubau mit Glasfassade an sonnigen Tagen extrem aufheizt.

Die ganze Fassade inklusive gläsernem Innenhof zu reinigen dauert vier Wochen. Der Kanton – als Bauherrin – wird dies noch veranlassen, bevor er den Neubau der Solothurner Spitäler AG übergibt. Das wird im Jahr 2020 der Fall sein. «Wir sind voll auf Kurs», sagt Pergola über den Stand des 340-Millionen-Projekts.

Baustellenrundgang Bürgerspital September 2018

Baustellenrundgang Bürgerspital September 2018

Ein weiteres Mal zeigen die Verantwortlichen des Neubaus des Bürgerspitals Solothurn den aktuellen Stand der Dinge. Die Fassade ist mittlerweile fertig, ein erstes Schauzimmer eingerichtet.

Auch die Kunst wird aufgebaut

Zu den aktuellen Arbeiten gehört auch das Projekt «Kunst am Bau». Für 800'000 Franken werden drei Kunstprojekte realisiert. Das erste davon: eine 50 Meter lange, farbige Betonmauer vor dem Neubau. Wobei dafür nicht einfach eine Betonwand bemalt wird. Sondern eine ganze Wand aus farbigem Beton gebaut wird. Auf dem Baugerüst stehen der Künstler Christoph Haerle und Bauarbeiter. Sie füllen den farbigen Beton mithilfe von grossen Schläuchen aus einem Betonmischer in das Metallgitter. Haerle gibt dabei die Anweisungen, ab welchem Betonstand die Farbe gewechselt werden muss. Blau, rot, gelb, dann wieder blau.

Ende Oktober soll die Wand stehen. Dann werden noch das zweite und dritte Kunstwerk errichtet: Ein gläsernes Mobile im Innenhof sowie eine Konstruktion aus Drahtseilen und einer Umlenkscheibe.

Kunst am Bau

Kunst am Bau

Neubau Bürgerspital Solothurn: Der Zürcher Künstler Christoph Haerle gestaltet im Rahmen des Projekts «Kunst am Bau» eine farbige Betonwand. Wir waren mit dabei.

Farbkonzept und Steckdosen

Der Innenhof geht über die 7 Stockwerke des Bettenhauses bis ins Untergeschoss, damit auch dort bei Tageslicht gearbeitet werden kann. Bei Tageslicht und im «Farbkonzept» des Spitals: An den Glaswänden im Erdgeschoss und in einem Treppenhaus sind gelbe, grüne und blaue Streifen zu sehen. Nebst Treppenhäusern gibt es im Neubau auch 16 Liftanlagen. Die Lifte fahren bereits, eine Frauenstimme sagt das Stockwerk an.

Im 7. steht ein Musterzimmer: Parkettboden aus Nussbaumholz, passende Kommoden über dem Bett, ein modernes Badezimmer. Einzig die weissen Betten erinnern daran, dass man sich in einem Spital befindet. «Gratis» dazu gebe es die Aussicht, so Pergola. Von der grossen Fensterfasse blickt man nicht nur über Solothurn, sondern auch auf das Dach des Nebengebäudes, wo ein Dachgarten entsteht.

Auf diesem Stockwerk werden ausschliesslich Patienten mit Zusatzversicherung einquartiert. Die Zimmer auf den unteren Etagen sehen ähnlich aus, nur gibt es laut Pergola Eiche- statt Nussbaumholz, und die Nasszelle hat einen leicht anderen Farbton. In allen Zimmer sind mehrere Steckdosen direkt über dem Bett installiert. Das gehöre zum heutigen Standard – wie in Hotelzimmern, erklärt Pergola. Ebenfalls Standard sei, dass man höchstens Zwei-Bett-Zimmer in neuen Spitälern baut.

Für die Vorhänge in diesen Zimmer schreibt der Kanton noch einen Auftrag aus, ebenso für Maler- oder Schreinerarbeiten. Bis Ende Jahr sind aber die grössten Arbeiten abgeschlossen. Bis zum Bauende werde man zum Vorbild für ähnliche Projekte, ist Pergola überzeugt. «Wir bauen ein Spital», stellt er klar. Ein modernes, helles, teils sogar farbiges. Kein einfaches Krankenhaus. «Ein Gesundheitsbau», sagt Pergola. «Die Leute kommen ja auch hier her, um gesund zu werden.»