Solothurn

Das Museum Altes Zeughaus ist heute viel mehr als eine grosse Ansammlung alter Kriegsgeräte

Am Montag präsentierten die Macher die neuen Ausstellungsräume im Museum Altes Zeughaus in Solothurn. Das 400 Jahre alte Haus von nationaler Bedeutung bietet jetzt viel neue technische und sicherheitsrelevante Infrastruktur.

Gut zwei Jahre dauerte die Sanierung und Instandstellung des Museums Altes Zeughaus in Solothurn. Am Montag konnten sich Medienvertreter bereits einen ersten Eindruck vom neu restaurierten Haus und seinen Museumsinhalten verschaffen.

Am kommenden Wochenende, den 18. und 19. Juni (siehe Kasten unten) ist das Haus für Alle geöffnet. Der Eintritt ist gratis und die Macher sind gespannt zu erfahren, wie das Publikum das neue Museum aufnimmt.

Einiges im 400 Jahre alten Zeughaus ist fast genauso, wie es immer war. So wird im Erdgeschoss, wo es jetzt einen grosszügigen Eingangsbereich mit Garderobe und Cafeteria gibt, der Blick der Besucher auf das Bild von Niklaus Wengi gerichtet. Es hängt dort wo immer, jetzt aber in viel besserem Licht und von zwei Geschützreihen mit verschiedenen Kanonenarten gesäumt.

Neu beginnt schon hier im Erdgeschoss das sogenannte Schaulager, eine Aufreihung der verschiedenen Waffen aller Jahrhunderte. Von Hieb- und Stichwaffen aus dem 16. Jahrhundert bis hin zu Faustfeuerwaffen von 1874 (diese dann im 3. Stock).

Neu sind im Erdgeschoss Namen von Schweizerischen Friedensstiftern und Konfliktlösern zu entdecken. Dies ein erster Hinweis auf die neuen, ergänzenden Inhalte des Museums. Es soll nun eben im Museum Altes Zeughaus nicht mehr bloss um Waffen und deren Geschichte gehen. Thema ist heute die «Konflikte und deren Lösungsansätze» in der Stadt Solothurn, in der Eidgenossenschaft und International. So steht es im Museumskonzept, welches 2010 vom Solothurner Regierungsrat genehmigt wurde.

Doch sind die Tagsatzungsszene, die 280-teilige Harnischsammlung, der Züghusjoggeli, die Burgunderbeute und viele weitere alte vertraute Objekte wieder im Haus zu entdecken. Meist in neuem Kontext und mit ergänzenden Angaben versehen. Interaktion ist das Zauberwort der heutigen Museumsgestalter.

Kosten unterschritten

Der Lotteriefonds des Kantons Solothurn steuerte zur Ausstellung 2,5 Millionen Franken bei. Die ganze Ausstellung kostete 3,1 Millionen Franken. «Den Rest konnten wir durch Drittmittel, besonders bei diversen Stiftungen abholen», erklärte Co-Leiterin Claudia Moritzi an der Präsentation. Ihr Kollege, Co-Museumsleiter Jürg Räz erläuterte die neue Infrastruktur des Hauses, die jetzt modernen Museumsbauten nicht mehr nachsteht. Er äusserte sich zum jetzt ganz leeren dritten Stock. «Hier gibt es Platz für Wander- oder Sonderausstellungen. Wir wollen aber keine aussermusealen Events durchführen.»

Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli meinte: «Wir sind froh und erleichtert, denn diese Sanierung stellte eine ganz grosse Herausforderung an Planer, Techniker, Handwerker und Mitarbeiter des Museums. Und zum Schluss vermeldete er eine gute Botschaft. «Wir hatten Kosten in der Höhe von 12,9 Millionen Franken für den Bau budgetiert. Nun konnten wir mit 12,2 Millionen Franken abschliessen. Weniger Ausgaben in der Höhe von 700'000 Franken also.»

Stefan Blank, der kantonale Denkmalpfleger, ist auch zufrieden, obwohl er sich kompromissbereit zeigen musste, und ihm die Entfernung eines alten Fachwerkes im dritten Obergeschoss «weh» tat. «Doch wie man die rund 36'000 alten Tonplatten wieder verlegt hat, oder das gesamte Tragwerk ertüchtigt hat, das macht schon stolz.» Fazit: «Aus denkmalpflegerischer Sicht konnte trotz Sanierung und Neubau von moderner Infrastruktur der Charakter und die Autentizität des Hauses gewährleistet bleiben.»

Wiedereröffnung altes Zeughaus Solothurn

Wiedereröffnung altes Zeughaus Solothurn

5000 Waffen wurden vor knapp zwei Jahren an einen geheimen Ort gebracht um das alte Zeughaus zu sanieren. Am Freitag öffnet es seine Tore wieder.

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