Die diesjährigen Europäischen Tage des Denkmals vom 13. und 14. September stehen unter dem Motto «Zu Tisch». An sieben Orten im Kanton Solothurn erfährt man mehr über den Zusammenhang von Baukultur und Gastronomie, von Architektur und Tischkultur, von traditionellen und modernen Küchen.

«Zu Tisch» bittet das Amt für Denkmalpflege und Archäologie in Zusammenarbeit mit der nationalen Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung und anderen Institutionen.

Vier Angebote in Solothurn

Das Hotel Krone in Solothurn steht bekanntlich unmittelbar gegenüber der St.-Ursen-Kathedrale und damit an prominentester Lage. Seit Ende des 15. Jahrhunderts als Gasthof erwähnt und 1772 neu erbaut, wurde es schon früh zum vornehmsten Hotel in Solothurn. Nachdem es von Kanton und Stadt gekauft worden ist, steht ein Umbau an. In einigen Jahren soll das Hotel wieder eröffnet werden. Die kantonale Denkmalpflege und Architekten führen durch das Gebäude und erläutern die Baugeschichte, Ergebnisse der Bauforschung und das Umbauprojekt. 

Das Herrenhaus des Solothurner Landsitzes Blumenstein wurde 1726–1728 erbaut und beherbergt heute das Museum Blumenstein. Der Konservator zeigt die schönsten Stücke der Besteck- und Geschirrsammlung. Zum Abschluss der Führung kann man einer Köchin in der historischen Küche über die Schulter schauen.

Der Solothurner «Märet» gehört zu den schönsten und lebendigsten Wochenmärkten der Schweiz. Ein Rundgang über den Wochenmarkt unter der kundigen Führung von Marie-Christine Egger veranschaulicht die Bedeutung und Entwicklung des Marktes vom Mittelalter bis heute.

Der wohl aus dem 13. Jahrhundert stammende Krummturm in Solothurn wurde 1462 um zwei Geschosse erhöht. Den Namen und viele Sagen verdankt er dem unregelmässigen Grundriss und dem «schiefen» Pyramidendach. Sein geheimnisvolles Verlies im Untergeschoss wurde lange nicht mehr begangen. Am Denkmaltag bietet sich dazu die Gelegenheit: Der Zugang wird durch eine Abseilaktion des alpinen Rettungsdienstes SAC sichergestellt. Wer sich hinunterwagt, wird mit Wasser und Brot verköstigt.

Rauchküche eines Hochstudhauses

Das Hochstudhaus an der Burggasse 10 in Messen wurde 1690/91 erbaut und ist damit eines der ältesten Bauernhäuser im Bezirk Bucheggberg. Beim kürzlich erfolgten Umbau wurde nicht nur die typische Ständerkonstruktion, sondern auch die zweigeschossige Rauchküche restauriert. Sie ist nun zeitgemäss eingerichtet und dient weiterhin als Küchenraum.

Die Tafel im Industriezeitalter

Auf einem Spaziergang durch das ehemalige Bally-Areal in Schönenwerd werden verschiedene Aspekte der Verpflegung im Industriezeitalter thematisiert – so etwa die Ernährungsprobleme im 19. Jahrhundert und der «Chacheliwagen». Höhepunkt des Rundgangs ist eine ausführliche Besichtigung des Bally-Kosthauses von Karl Moser.

Vom Kapuzinerkloster zum Hotel

Das Kloster Dornach wurde ab 1672 nach dem Bauschema des Kapuzinerordens errichtet. Der 1928 erweiterte Gebäudekomplex wandelte sich nach der Aufhebung des Klosters 1990 zum Hotelbetrieb. Heute bietet er Raum für Hochzeiten und Bankette, in Refektorium und Bibliothek finden Tagungen statt, und in den schlichten Mönchszellen schlafen Hotelgäste. (mgt)