«Wegen Renovationsarbeiten bleibt das Kunstmuseum Solothurn vom 7. Januar bis und mit 3. Mai 2019 geschlossen. Gerne können Sie uns in dieser Zeit telefonisch oder per Mail kontaktieren. Besten Dank für Ihr Verständnis.» Diese Sätze liest derzeit jeder, der sich via Homepage dem Kunstmuseum Solothurn annähern will. Doch trotz geschlossenen Türen für Kunstbegeisterte herrscht im Haus hektisches Treiben. Und das Museum ist in diesen Tagen kaum wiederzuerkennen. Überall Gerüste, gegipste Wände, Abdeckfolien, ausgeräumte Säle. Handwerker huschen durchs Stangengewirr und klettern auf Gerüsten herum, tragen Gips, Farben, Werkzeuge.

«Diese Sanierungsmassnahmen sind durch Schäden bedingt, die beim Aushub für den neuen Kulturgüterschutzraum entstanden sind», erläutert Lukas Reichmuth, Chef Hochbau Stadt Solothurn. Doch auch schon vorher bestand ein «Rissprotokoll»; man kannte also Stellen in den Wänden, die Risse aufwiesen. «Wahrscheinlich existieren die Bauprobleme seit Bestehen des Hauses 1902», so Reichmuth weiter.

Schuld daran ist der schwierige Untergrund. Die gröbsten Risse weisen das Treppenhaus und die daran angrenzenden Wände der Säle auf, sagt auch Projektleiter Max Gubler. Er zeigt an eine Decke. «Hier oben, zwischen Decke und Wand, fanden wir unter dem Putz ein grosses Loch, das mit Zeitungspapier, bedruckt im Jahr 1927, ausgestopft war. Man hat also immer wieder Risse beheben müssen.»

Auch ästhetische Gründe

Die letzte grössere Risssanierung muss gemäss Reichmuth 1981 nach dem Umbau des Museums Ende der Siebzigerjahre stattgefunden haben. Trotz der Risse sei aber die Statik des Gebäudes nie problematisch gewesen, versichern die Baufachleute. «Dass wir diese Risse nun sanieren und gleichzeitig Mängel an Wänden, Decken und den Böden beheben, hat zu einem grossen Teil auch ästhetische Gründe, sagt Reichmuth. «Zeit- und Kostenrahmen haben wir im Griff», sagt er weiter. Insgesamt 400 000 Franken wurden für diese Sanierung budgetiert.

Ein völlig bilderloses Museum

Um diese Renovation so rasch und effizient wie möglich über die Bühne zu bringen, wurde beschlossen, den Kunstmuseumsbetrieb während der Bauphase voll und ganz einzustellen. «Zwei Wochen lang haben wir die Säle ausgeräumt, alle Bilder abgehängt. Zum ersten Mal haben wir jetzt ein völlig bilderloses Museum», sagt Museumstechniker Til Frentzel. All diese Bilder konnten im neu gebauten Kulturgüterschutzraum für diese Zeit untergebracht werden. «Hätten wir diese Möglichkeit nicht, wäre die Sanierung so nicht möglich gewesen», versichern alle Beteiligten.

Drei neue Ausstellungen im Mai

Bis Mitte April werden die baulichen Arbeiten abgeschlossen sein, und dann ist genügend Zeit, das Museum neu zu bestücken. «Am 4. Mai wird das Museum wieder geöffnet», sagt Robin Byland, der wissenschaftliche Mitarbeiter. «Wir starten dann gleich mit drei neuen Ausstellungen. In den Parterre-Räumen zeigen wir Arbeiten der zeitgenössischen Künstlerin Isabelle Krieg; im Obergeschoss wird eine neu konzipierte Sammlungsausstellung zu sehen sein, und im Grafischen Kabinett zeigen wir Meisterblätter unserer Sammlung von Urs Graf bis Roman Signer unter dem Titel ‹Kleine Stadt – Grosse Meister›.»