Die Geschichte des geplanten Schwerverkehrskontrollzentrums des Bundes in Oensingen ist lang. Bereits 2012 lagen weit fortgeschrittene Pläne vor. Damals wollte der Kanton noch die Motorfahrzeugkontrolle Olten und die Blaulichtorganisationen am gleichen Ort unterbringen, ebenso einen Standplatz für Fahrende. Doch das Projekt in der Oensinger Fellmatt kam nie zum Fliegen. Die Besitzer wollten ihr Land am Ende nicht verkaufen.

Inzwischen gehört dem Kanton ein Stück Land an der Nordringstrasse. Noch in diesem Jahr hätte dort gemäss früheren Angaben ein Projekt publiziert werden müssen. Doch jetzt nimmt das Projekt noch eine weitere Runde. Anders als zuletzt angekündigt, werden die Pläne für das Zentrum nicht mehr in diesem Jahr aufgelegt. Dies bestätigt auf Anfrage Esther Widmer, Informationsbeauftragte in der Filiale Zofingen des Bundesamtes für Strassen, Astra. Zwar ist das Mandat an den Architekten diesen Sommer vergeben worden. Laut dem zuständigen Bundesamt für Verkehr wird es nun aber Herbst 2019, bis das Projekt publiziert werden könnte.

Kantonspolizei braucht Platz

Grund für die Verzögerungen ist nicht zuletzt, dass das Projekt nun möglicherweise grösser ausfällt als ursprünglich geplant. War zuerst ein kleines Zentrum (Typ Mini) geplant, soll jetzt ein mittelgrosses erstellt werden, heisst es beim Astra. Dies hänge mit den Bedürfnissen der Solothurner Kantonspolizei zusammen, die Teile ihres Werkhofes dorthin verlegen könnte. Die Polizei benötige einen Typ Midi, sagt Astra-Sprecherin Widmer. Während das zuerst geplante Zentrum (Typ Mini) eine Waage und eine Kontrollgrube beinhalte, sind es nun beim Midi-Projekt eine Halle mit Bremsprüfstand, Büroräumlichkeiten, eine Schalterhalle und sanitäre Einrichtungen. «Zusätzlich ist noch eine Installation geplant um Schnee und Eis auf den LKW zu räumen», sagt Widmer.

Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli bestätigt, dass man für das Schwerverkehrskontrollzentrum diverse Szenarien prüfe – mit der Möglichkeit, dort Teile der Polizei unterzubringen. Konkrete Pläne lägen aber noch nicht vor, so Mäusli.
Grund für die Planänderungen sei, dass der Oensinger Autobahnwerkhof der NSNW (Nationalstrassen Nordwestschweiz) neu gebaut werde. Deswegen wurden der Kantonspolizei die Räume dort gekündigt, in die sie eingemietet ist. Es sei noch nicht klar, ob die Kapo nach dem Umbau weiterhin Platz habe auf dem NSNW-Areal, erklärt Mäusli. Ein Szenario sei deshalb, Teile des Polizeiwerkhofs im Schwerverkehrskontrollzentrum unterzubringen.

Laut dem Bundesamt für Strassen wird wegen des nun grösseren Zentrums auch ein neuer Standort ins Auge gefasst, da die Parzelle, die der Kanton gekauft hat, möglicherweise zu klein für ein Zentrum Typ Midi sei. «Aktuell prüft das Hochbauamt des Kantons Solothurn bis Ende Jahr den Standort auf einer grösseren Parzelle an der Nordringstrasse in Oensingen», heisst es beim Astra. Gibt es einen neuen Standort?

Das will Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli so nicht bestätigen. Man prüfe derzeit verschiedene Szenarien, sagt er. Konkrete Pläne lägen aber noch nicht vor. Der Kanton selbst besitzt in Oensingen zwar noch mehr Land. Dort, wo vor Jahrzehnten mal die Fachhochschule geplant war. Eine Umsetzung auf der bisher vorgesehenen Parzelle sei aber ebenso möglich, so Mäusli. Wichtig sei, für die Polizei insgesamt eine Lösung zu erhalten, die «langfristig verhebt». Das wolle man nun planen.