Damit verändere sich die Rekrutierung der Freiwilligen, stellte Rosmarie Wyss, die Geschäftsleiterin von Benevol des Kantons Solothurn, in ihrem Jahresbericht fest. Benevol ist die Vermittlungs- und Beratungsstelle für Freiwilligenarbeit.

«Benevol.Jobs» ermöglicht es den Freiwilligen, am Computer die für sie zugeschnittenen attraktiven Einsätze zu finden. Gleichzeitig können Organisationen, welche Freiwillige suchen, auf «Benevol.Jobs» entsprechende Inserate publizieren. Interessierte Personen können sich auf dieser Plattform mit einem vorgegebenen Formular für einen dort ausgeschriebenen konkreten Einsatz bewerben oder generell ihre Daten mit ihrem Freiwilligenprofil eingeben.

Persönliche Begleitung

Die Tatsache, dass sich Freiwillige vermehrt über die Plattform «Benevol.Jobs» vernetzen, belegte Rosmarie Wyss mit Zahlen. In den letzten zwei Jahren hat sich die Anzahl Klicks auf fast viertausend verdreifacht.

Um sie längerfristig zu halten, gewinnen gleichzeitig die professionelle Begleitung der Freiwilligen und das persönliche Gespräch je länger, je mehr an Bedeutung, betonte Geschäftsleiterin Wyss. Mit Freude stellte sie auch fest, dass Benevol vermehrt junge Leute erreicht und zu einem Engagement vermitteln kann. Rosmarie Wyss berichtete auch vom erfolgreichen Projekt der Konversations-Tandems, das gemeinsam mit der Oltner Fachstelle für Integration initiiert wurde. Freiwillige treffen sich paarweise regelmässig mit Migrantinnen und Migranten, um die deutsche Sprache zu üben. Beide Seiten profitieren, freute sich Wyss.

Der Jahresbericht des Präsidenten Beat Gygax widmete sich mehr strategischen Fragen. Ende 2015 läuft die auf vier Jahre angelegte Leistungsvereinbarung mit dem Kanton Solothurn aus. Erste Gespräche mit der Fachstelle des kantonalen Amts für soziale Sicherheit verliefen positiv, berichtete Gygax. Das Resultat ist vorderhand noch offen; es wird wohl eine andere Lösung als mit einer Leistungsvereinbarung geben. In welcher Form auch immer: Benevol darf einer guten partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Kanton entgegenblicken.

Die Mitgliederversammlung, welche diesmal im «Flörli» in Olten stattfand, genehmigte die Jahresberichte ebenso einstimmig wie die Jahresrechnung. Die Mitgliederbeiträge wurden auf der bisherigen Höhe belassen. Die Vereinsleitung wurde im vergangenen Jahr auf zwei Jahre gewählt. Da keine Rücktritte vorlagen, setzt sich der Vorstand also unverändert wie folgt zusammen: Beat Gygax (Präsident), Irene Fischer (Finanzen), Kurt Schibler (Öffentlichkeitsarbeit), Willfried Epprecht und Brigitta Küry (Aktuarin) sowie Geschäftsleiterin Rosmarie Wyss.

Zeit für Menschen mit Demenz

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung war Mario Wüthrich zu einem Gastreferat eingeladen. Wüthrich ist beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) des Kantons Solothurn verantwortlich für die Leitung und Koordination des Besuchs- und Begleitdienstes (BBD). Er stellte ein neues Pilotprojekt vor, das von ihm betreut wird: den BBD für Menschen mit Demenz.

Gerade ältere Menschen fühlen sich oft einsam, sie würden sich über regelmässige Besuche freuen oder sind auf Begleitung angewiesen. Hier vermittelt das SRK Freiwillige, welche den Menschen Zeit und Aufmerksamkeit schenken, sie zu Hause besuchen oder bei Besorgungen und Freizeitaktivitäten begleiten. Damit helfen sie ihnen, ihr soziales Umfeld zu erweitern, entlasten aber auch die betreuenden und pflegenden Angehörigen für eine gewisse Zeit.

Aktuell leben in der Schweiz über 100 000 Menschen mit einer Demenz. Diese Zahl wird zunehmen, man rechnet, dass sie sich bis 2030 verdoppeln wird. Davon wohnen 50 Prozent der Menschen mit Demenz zu Hause. Das Solothurner SRK reagiert auf diese Entwicklung mit einem neuen Projekt, wo Freiwillige bei Menschen im Anfangsstadium einer Demenz regelmässig zu Besuch gehen. Wie überall braucht es auch hier eine gute Balance zwischen Nähe und Distanz, zudem ein gutes Einfühlungsvermögen und ein spontanes Reagieren auf die aktuellen Bedürfnisse der dementen Menschen.

Das SRK sucht nun zusätzliche freiwillige Mitarbeitende, die sich für regelmässige Kontakte mit Menschen mit beginnender Demenz engagieren möchten. Das SRK bietet dafür Einführungskurse an sowie eine professionelle Begleitung der Freiwilligen durch eine Fachperson.