Kanton Solothurn
Das Hypothekengeschäft der Raiffeisenbanken läuft weiter auf Hochtouren

Der Drang nach Wohneigentum lässt im Kanton Solothurn nicht nach. Die Raiffeisenbanken des Solothurner Regionalverbandes verkauften 2012 über vier Prozent mehr Hypotheken. Die Nachfrage bleibt hoch, denn eine Zinswende ist nicht in Sicht.

Franz Schaible
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Verbandspräsident Roland Fürst (l.) und Vorstandsmitglied Andreas Anderegg präsentieren den Abschluss der Solothurner Raiffeisenbanken.

Verbandspräsident Roland Fürst (l.) und Vorstandsmitglied Andreas Anderegg präsentieren den Abschluss der Solothurner Raiffeisenbanken.

«Die Raiffeisenbanken haben ihre Position im Solothurner Hypothekargeschäft weiter ausgebaut», erklärte Roland Fürst, Präsident des Solothurner Verbandes der Raiffeisenbanken heute an der Bilanzmedienkonferenz. So erhöhte sich der Hypothekenbestand Ende 2012 um 4,2 Prozent auf rund 7,6 Milliarden Franken. Als besonders erfreulich beurteilt Fürst die Refinanzierungssituation. Denn die Kundengelder haben gleichzeitig um 4,6 Prozent auf 7,3 Milliarden Franken zugenommen. Das sei ein Beweis, dass das Vertrauen in Raiffeisen ungebrochen sei. Dies bestätige auch die Mitgliederentwicklung. Die Anzahl der Genossenschafterinnen und Genossenschafter ist im Vorjahresvergleich um zwei Prozent auf 110889 gestiegen.

Im Gegensatz zu den Vorjahren umfasst die aktuelle Übersicht nicht mehr denselben Konsolidierungskreis, wie Roland Fürst präzisierte. Im Schwarzbubenland sei es zu Zusammenschlüssen von Solothurner mit Baselbieter Raiffeisenbanken gekommen. Neu gelten die Zahlen deshalb für den Solothurner Regionalverband und damit nicht mehr für das ganze Kantonsgebiet. Konkret sind statt 26 deren 22 Raiffeisenbanken zusammengefasst. Zum Vergleich wurden die Zahlen für 2011 dem neuen Konsolidierungskreis angepasst.

Vorstandsmitglied Andreas Anderegg sprach von einem «gesunden Wachstum». Denn trotz hart umkämpftem Hypothekenmarkt habe man die Kreditvergaberichtlinien «nicht aufgeweicht und somit keine erhöhten Risiken in Kauf genommen», versicherte er. Im Gegenteil. So habe man den kalkulatorischen Zinssatz von 4,5 auf 5 Prozent angehoben. Und die seit Mitte 2012 geltenden strengeren Mindestanforderungen bei Hypothekarfinanzierungen – etwa mindestens zehn Prozent «hartes« Eigenkapital und Amortisation der Hypothek innert 20 Jahren auf zwei Drittel – seien von den Raiffeisenbanken schon vorher eingehalten worden. «Wir wollen nicht um jeden Preis wachsen. Deshalb lehnen wir auch regelmässig Kreditanfragen ab.»

Trotzdem: Der scharfe Wettbewerb um die Kunden und das historisch tiefe Zinsniveau drücken auf die Zinsmarge, die von 1,42 auf 1,36 Prozent gesunken ist. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft, der weitaus wichtigste Ertragspfeiler, nahm um 0,3 Prozent auf 116,2 Millionen Franken ab. Gleichzeitig hat sich der Geschäftsaufwand, insbesondere durch eine Nachzahlung in die Pensionskasse zugunsten der Mitarbeitenden, um 0,7 Prozent auf 80,7 Millionen Franken erhöht. Das Cost-Income-Ratio – die Kennzahl zeigt das Verhältnis der Kosten zum Ertrag an – ist von 61,4 auf 62,2 Prozent gestiegen. Der Bruttogewinn nahm um 2,4 Prozent und der Reingewinn um 1,2 Prozent auf 12 Millionen Franken ab.

Die Nachfrage nach Wohneigentum dürfte auch im laufenden Jahr kaum gross abnehmen. Der Nachholbedarf nach Wohneigentum sei vorhanden und es gebe keine Anzeichen, dass sich das Zinsniveau stark nach oben bewegen werde. «Wir rechnen vielmehr mit einem stabilen Zinsniveau», blickt Anderegg nach vorne.

Präsident Roland Fürst wies ferner auf die wichtige Rolle der Raiffeisenbanken als Arbeitgeber hin. Mit 490 Angestellten (umgerechnet 384 Vollzeitstellen) sei die Bankengruppe der 13. grösste Arbeitgeber im Kanton, der mit 44 Lernenden auch einen wichtigen Beitrag zur Berufsbildung leiste.