Solothurner Hausberg
Das Hotel Weissenstein erlebte ein Startjahr zum Vergessen

Vor einem Jahr, am 1. August 2019, öffnete das frühere Kurhaus seine Tore wieder. Doch nach sieben Monaten kam die Coronakrise: Viele Events mussten abgesagt werden. Jetzt hofft man auf bessere Zeiten.

Urs Mathys
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Hotel Weissestein: Corona stoppte den Elan.

Hotel Weissestein: Corona stoppte den Elan.

Hansjörg Sahli

Nein, so hat man sich das erste Jahr nach der Wiedereröffnung nicht vorgestellt: Nur gerade sieben Monate konnte das am 1. August 2019 neu gestartete Hotel Weissenstein seinen Betrieb in «normalen» Bahnen hochfahren. «In diesen sieben Monaten liefen der Restaurant- und Hotelbetrieb sehr gut an», bilanziert Hotel-Sprecherin Gabriela Krummenacher. Die erste Zeit nach der Wiedereröffnung sei turbulent gewesen, zumal sich die Abläufe und Prozesse zuerst hätten einpendeln müssen. «In den folgenden Wintermonaten konnten wir eine gute Auslastung speziell in Bezug auf Events verbuchen, im Februar stellten uns die vielen Sturmtage vor Herausforderungen», da die Seilbahn nicht fahren konnte, so Krummenacher.

Eröffnungssonntag (1. August 2019) in der Panoramahalle: Die Coronakrise stoppte solche Publikumsgrossanlässe.

Eröffnungssonntag (1. August 2019) in der Panoramahalle: Die Coronakrise stoppte solche Publikumsgrossanlässe.

Hanspeter Bärtschi

Doch diese Herausforderungen waren letztlich nichts im Vergleich zu jenen, die mit der Coronakrise auf einen Schlag auch auf die Hotel Weissenstein AG einstürmten: «Aufgrund der Covid-19-Schutzmassnahmen wurden alle Grossanlässe verschoben oder abgesagt, alle Events fielen aus», so Krummenacher. Dabei sei die Auslastung der neuen Panoramahalle, die bis zu 500 Personen Platz bietet, auf den Frühling hin sehr gut gewesen, die negativen Konsequenzen der Absagen für den Betrieb entsprechend gravierend. Immerhin: Seit der Betrieb nach den Lockerungen wieder aufgenommen worden sei, könnten im grossen, weitläufigen Gebäude die Schutzmassnahmen und mit der Abstandsregelung gut eingehalten werden.

Seilbahn Weissenstein: «Entscheidend ist das Wetter»

«Der Juli war gut, der drittbeste in den sechs Jahren seit dem Neubau», berichtet Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahn Weissenstein, zufrieden. 1200 Passagiere an Sonntagen und bis 800 unter der Woche seien eine schöne Frequenz, die wohl auch darauf zurückzu­führen sei, dass derzeit viele Schweizer ihre Ferien daheim verbringen. «Doch letztlich ist immer das Wetter entscheidend», so Stuber. Mit einem guten Sommer und Herbst dürfte noch ein durchschnittliches Jahresergebnis erzielt werden. «Doch vom Stillstand in den Monaten April/Mai wird uns eine halbe Million Franken fehlen.»

Auch für die Seilbahn und die Bahnstationen gilt Maskenpflicht. Diese wird laut Geschäftsführer Stuber von den Passagieren recht diszipliniert eingehalten, gegebenenfalls müsse halt freundlich darauf hingewiesen werden. (ums.)

Das Selbstbedienungsrestaurant auf der Terrasse ist inzwischen bei schönem Wetter wieder geöffnet, wobei eine Registrierung der Gäste-Kontaktdaten erforderlich ist. Diese erfolgt im bedienten Restaurant auf freiwilliger Basis. Das Sonntagsfrühstück wird gemäss der Hotel-Homepage vorläufig nicht angeboten.

Was, wenn wieder strengere Massnahmen folgen?

Konkrete Zahlen zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise für den Hotel- und Restaurantbetrieb nennt Gabriela Krummenacher nicht. Und Aussagen zu den Perspektiven seien zum aktuellen Zeitpunkt «extrem schwierig, da wir nicht wissen, wie sich die Situation entwickelt und ob verschärfte Massnahmen aufgrund erhöhter Fallzahlen eingeführt werden».

Von der Tatsache, dass viele Schweizer ihre diesjährigen Ferien im eigenen Land verbringen, können zweifellos auch die drei Gastwirtschaftsbetriebe auf dem Solothurner Hausberg profitieren. Im Hotel Weissenstein würden zwar effektive Vergleichszahlen fehlen, so Krummenacher. Aber: «Wir haben aktuell viele Schweizer Individualgäste, was uns das Gefühl gibt, dass auch wir von der Situation profitieren.»

Im ersten Jahr seit der Neueröffnung hat sich nach Einschätzung der Hotel Weissenstein AG die Zusammenarbeit mit den anderen zwei Bergrestaurants – «Sennhaus» und «Hinterweissenstein» – gut eingespielt. «Wir pflegen eine gute Nachbarschaft auf dem Berg. Da wir ein unterschiedliches gastronomisches Angebot haben, ergänzen wir drei Betriebe uns sehr gut», so Krummenacher.