Solothurn

Das Hickhack ums Kapuzinerkloster geht weiter

Bereits jetzt finden diverse Anlässe im Kloster statt. Hier das Chloschtival. (Archiv)

Bereits jetzt finden diverse Anlässe im Kloster statt. Hier das Chloschtival. (Archiv)

Die Stadt Solothurn muss das Baugesuch des Kantons für die erweiterte Zwischennutzung des Kapuzinerklosters in Solothurn noch einmal bearbeiten. Das Verwaltungsgericht hiess eine Beschwerde des Kantons gegen die Ablehnung des Baugesuches durch die Stadt gut.

Die letzten Kapuziner hatten 2003 das Kloster verlassen. Seither werden die Klosteranlagen zwischengenutzt. Das Hochbauamt des Kantons wurde beauftragt, eine neue Trägerschaft und Nutzung für das rund 450 Jahre alte Kloster zu finden.

2007 reichte der Kanton Solothurn als Grundeigentümer ein Baugesuch für die Zwischennutzung ein. Derzeit wird die Anlage für Anlässe sowie von einem Projekt genutzt, das unterstützungsbedürftigen Menschen und Asylsuchende Hilfe bei der (Re-)Integration in Arbeitsprozesse anbietet.

Gegen ein vom Kanton eingereichtes Baugesuch für die Ausweitung der heutigen Aktivitäten erwuchs Opposition aus Kreisen der Bevölkerung. Kritisiert wurde an den Plänen die fehlende Zonenkonformität. Vor einem Jahr hiess die Baukommission der Stadt Solothurn aus diesem Grund die Einsprachen gegen die kantonalen Pläne teilweise gut.

Eine gegen diese Verfügung vom kantonalen Hochbauamt eingereichte Beschwerde wurde vom Verwaltungsgericht nun gutgeheissen, wie die Solothurner Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Die Verfügung der Stadt Solothurn wurde aufgehoben. Die Baukommission der Stadt muss das Gesuch um eine erweiterte Zwischennutzung erneut beraten.

Die Möglichkeit, kommerzielle Veranstaltungen abzuhalten

Wie Kantonsbaumeister Guido Keune auf Anfrage der Solothurner Zeitung ausführt, sähe eine Erweiterung der Zwischennutzung vor, die Möglichkeiten der gewerblichen Nutzung zu vergrössern. Konkret gehe es um dort hergestellte Produkte aus Haus und Garten, aber auch um die Möglichkeit, kommerzielle Veranstaltungen abzuhalten. Dabei bezieht sich Keune auf Formate wie ehemals die «Authentica».

In seinem Urteil weist das Verwaltungsgericht die Einschätzung der städtischen Baubehörde zurück, wonach eine solche Nutzungserweiterung nicht zonenkonform sei. «Wir können nicht nachvollziehen, warum in der gleichen Ensembleschutzzone, in der auch der Schanzengraben liegt, keine Nutzungserweiterung möglich sein soll», sagt dazu Keune, worin ihm das Verwaltungsgerichtsurteil recht gibt.

Gerade Anlässe wie die Herbstmesse, die Biertage, die Bikedays oder das Oktoberfest zeigen, dass durchaus auch kommerzielle Anlässe im betreffenden Grüngürtel möglich seien - und dies im weitaus intensiveren Ausmass, als man es für das Kapuzinerkloster plane.

Hochbauamt will weiterhin eine «quartierverträgliche Lösung»

So betont Keune auch, dass man um eine einvernehmliche Lösung mit der Nachbarschaft bemüht sei. «Uns ist es ein grosses Anliegen, dass weiterhin eine quartierverträgliche Nutzung sichergestellt ist. Hingegen liegt es uns fern, mit den Anwohnern auf Konfrontationskurs zu gehen.» Langfristig sei das Hochbauamt um eine nachhaltige, dauerhafte Nutzung und Trägerschaft bemüht. 

Der Unterhalt der Liegenschaft kostet jährlich rund 150'000 Franken, während der Ertrag aus Vermietungen und aus der Zwischennutzung nur rund 20'000 Franken ausmacht. Die Sanierung und der Ausbau der weitläufigen Liegenschaft kostet zudem über 20 Millionen Franken. (sda/szr)

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