Kanton Solothurn
«Das hat schon gräblet»: Hotline läuft nach Umstellung auf Online-Steuererklärung heiss

Der Wechsel hin zum Online-Steuererklärung im Kanton führt zu so einigen Reaktionen beim Steueramt - nicht alle sind mit der Umstellung zufrieden. Es gibt laut dem Steueramtchef aber Lob für die neue Plattform - oder dann konkrete Verbesserungsvorschläge. Ob mit «etax» die Steuererklärung eher eingereicht wird, lässt sich derweil noch nicht sagen.

Noëlle Karpf
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Mit dem neuen System soll das Einreichen der Steuererklärung «ringer» gehen – das ist aber nicht für alle von Anfang an so

Mit dem neuen System soll das Einreichen der Steuererklärung «ringer» gehen – das ist aber nicht für alle von Anfang an so

Seite um Seite ausdrucken, Lohnausweise kopieren, Steuererklärung in das grosse Couvert legen und abschicken; das war letztes Jahr. Seit 2020 kann die Steuererklärung im Kanton Solothurn komplett online ausgefüllt und auch eingereicht werden. Das soll Papier, Zeit und Kosten sparen. Zuvor musste jede der rund 170000 Steuererklärungen eingescannt werden. «Etax» heisst die Plattform, die das Tool «Solothurn Tax» abgelöst hat. Dieses musste noch jedes Jahr aufs Neue installiert werden. Beim neuen, webbasierten System, ist das nicht mehr nötig.

Auch Änderungen am System können die Verantwortlichen nun laufend anbringen. Und Vorschläge dafür gibt es, wie Steueramtchef Thomas Fischer berichtet. Denn: «Wie das bei Systemumstellungen so ist, sind nicht alle glücklich damit», so Fischer.

Hotline von Menge der Anfragen überrascht

Ein Beispiel: «Solothurn Tax» basierte auf den einzelnen Formularen der Steuererklärung, man konnte sich von Formular zu Formular durcharbeiten. «Daran haben sich einige gewöhnt – das neue System funktioniert ganz anders», so Fischer. «Etax» soll näher bei den Nutzenden sein; die Steuererklärung ist in einzelne Themengebiete aufgeteilt, die sich online ausfüllen lassen.

Im Vorfeld wurde auch aus Reihen der Politik kritisiert, das neue System sei nicht dienlich – gerade für Leute ohne moderne technische Geräte. Fischer erklärt, schon in Vorjahren habe man jeweils Anfragen von technisch Überforderten gehabt. In Bezug auf die Hotline, der von einer externen Firma betrieben wird, und bei Problemen mit der Steuererklärung helfen soll, sagt Fischer aber auch: «Das hat schon ‹gräblet›». Man sei überrascht gewesen über die Anzahl Anfragen – und habe personell aufstocken müssen, um diese alle beantworten zu können.

Man habe auch mit älteren Menschen zu tun – teils Personen ohne grössere technische Erfahrung. Aber: «Kürzlich hatte man Kontakt mit zwei über 90-Jährigen. Diese konnten danach die Steuererklärung ganzselbstständig ausfüllen», so der Steueramt-Chef.

Überhaupt sei die Mehrheit der befragten Hotline-Kundinnen und Kunden zufrieden mit dem System. Und Rückmeldungen beinhalteten meist Verbesserungsvorschläge; «das ist wirklich lässig», so Fischer. So seien beispielsweise einige Nutzerinnen und Nutzer mit der Eingabe von Wertschriften nicht ganz zufrieden. Solche Verbesserungsmöglichkeiten würden derzeit wöchentlich diskutiert und können laufend umgesetzt werden. Und: Man habe doch auch einige positive Rückmeldungen. Gerade am Montag habe er eine Mail erhalten, mit grossem Lob für «etax».

Ob das Ziel des Steueramts, mit dem Online-System mehr Leute zum früheren Einreichen der Steuererklärung zu bringen, mit «etax» auch erfüllt werden kann, lässt sich noch nicht sagen. Was die aktuellen Zahlen aber zeigen: Etwas mehr Steuererklärungen wurden bisher online eingereicht – bis Montag (9. März 2020) waren dies 14320. In Papierform eingesendet wurden bisher 12551. Das macht bis zum 9. März also knapp 27000 eingereichte Steuererklärungen. 2019 waren es knapp 29000 – bis Ende März. Man gehe davon aus, dass das neue System hier eine Rolle spiele und wie erhofft eher zum Einreichen der Steuererklärung bewege.

Abschliessend gesagt werden kann das aber erst Ende Juni, wenn die 2. Frist für die Einreichung der Steuererklärung abgelaufen ist. Denn die Fristverlängerungsmöglichkeiten werden bekanntlich – und auch laut Fischer – jedes Jahr von so einigen genutzt.

Bei Fragen zu «etax»:
so@etax.ch oder 041 766 40 48