Zuchwil
«Das habe ich noch nie erlebt»: Wildhüter findet lebendes Huhn in Kadaver-Container

Eigentlich sollte Wildhüter Hansrudolf Rohrbach am Montag einen toten Biber bei der Sammelstelle bei der Kebag in Zuchwil entsorgen. Da entdeckte er plötzlich ein noch lebendes Huhn unter den Kadavern. Die Polizei ermittelt wegen Tierquälerei.

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Beim Konfiskatraum, auf dem Areal der Kebag Zuchwil, werden Tierkadaver ab 10 Kilogramm in Container entsorgt. (Archivbild)

Beim Konfiskatraum, auf dem Areal der Kebag Zuchwil, werden Tierkadaver ab 10 Kilogramm in Container entsorgt. (Archivbild)

Solothurner Zeitung

«So etwas ist einfach nicht normal», sagt Hansrudolf Rohrbach. Am Montag wurde der Wildhüter der Jagdgesellschaft Luterbach-Zuchwil von der Kantonspolizei aufgeboten, einen toten Biber abzuholen. Als er diesen im Konfiskatraum in der Kehrichtverwertungsanlage auf dem Areal der Kebag AG in Zuchwil unterbringen wollte, wurde er überrascht: «Als ich den Biber in einen der 1000 Liter Container lud, habe ich ein Huhn gackern gehört», schildert Rohrbach. Im selben Container waren noch andere tote Hühner. «Aber dieses lebte noch». Er sei seit 30 Jahren Wildhüter und habe so etwas noch nie erlebt, berichtet Rohrbach.

Laut Rohrbach wurde das Tier vor Ort erlöst. «Man wusste nicht, ob das Huhn krank war», erklärt der Wildhüter. «Ich war froh aus dem Raum zu sein.»

Zudem hat Rohrbach am Dienstag Anzeige bei der Kantonspolizei Solothurn erstattet. Nun gelte es, abzuwarten.

Polizei ermittelt wegen Tierschutzdelikt

Die Kantonspolizei Solothurn bestätigt, dass der Wildhüter den Vorfall gemeldet hat. Mediensprecher Thomas Kummer informiert zudem: «Da es sich bei Tierschutzdelikten um Offizialdelikte handelt, wird bei Bekanntwerden eines solchen Deliktes durch die Polizei in jedem Fall eine Anzeige erstellt.»

Laut Kummer handelt es sich «nach jetzigen Erkenntnissen» um Tierquälerei - also um eine Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz. In diesem ist festgehalten, dass «mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe» bestraft wird, wer «vorsätzlich ein im Haus oder im Betrieb gehaltenes Tier aussetzt oder zurücklässt in der Absicht, sich seiner zu entledigen.»

Dazu ergänzt Kummer: «Sollten sich anlässlich der Ermittlungen weitere Tatbestände ergeben, werden diese entsprechend zur Anzeige gebracht.»

Wer das Tier entsorgt hat und wie genau es zum Vorfall in Zuchwil gekommen ist, ist also noch unklar - die Polizei ermittelt.
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass bei der Kadaversammelstelle ein noch lebendes Tier gefunden worden ist. 2015 wurden in Zuchwil 4 Kaninchen entsorgt - eines davon lebte noch. (tcg/nka)