SZ Storyparade 2019

Das gab im September zu reden: «3+» antwortet auf Kritik des Egerkinger Wirten, Bumann sei nicht authentisch

«Hinter der Kamera gab er mir gute Tipps», doch vor der Kamera habe er ihn nur noch «fertiggemacht». Im Beitrag des Regionalsenders Tele M1 wehrt sich ein Beizer gegen Restauranttester Bumann.

«Hinter der Kamera gab er mir gute Tipps», doch vor der Kamera habe er ihn nur noch «fertiggemacht». Im Beitrag des Regionalsenders Tele M1 wehrt sich ein Beizer gegen Restauranttester Bumann.

Wir haben für jeden Monat eine regionale Geschichte rausgepickt, welche unsere Leserinnen und Leser 2019 besonders interessiert hat. Darunter sind politische Aufreger, Geschichten von aussergewöhnlichen Menschen, aber auch Skurriles und Erschreckendes. Im September machte das Restaurant Sternen mit einem Auftritt bei «Bumann, der Restauranttester» zu reden. Bumann empfahl dem Wirt seinen Betrieb einzustellen. Dieser jedoch warf dem Spitzenkoch vor, sich vor und hinter der Kamera anders zu verhalten. Schliesslich nahm der TV-Sender «3+» Stellung.

Stephan Haberstich musste in der Sendung «Bumann, der Restauranttester» des TV-Senders 3+ viel Kritik einstecken. Der Koch und Chef des Restaurants Sternen geizte aber auch nicht mit Vorwürfen. Er sei von Spitzengastronom Daniel Bumann vor der Kamera «fertiggemacht» worden, während dieser hinter der Kamera «sehr positiv eingestellt» gewesen sei, erzählte Haberstich dieser Zeitung. «3+» wehrt sich auf Anfrage gegen diese Betrachtung. Der Restauranttester sei «vor und hinter der Kamera authentisch und stets dieselbe direkte wie ehrliche Person», heisst es. «Seine Kritik bezog sich ausschliesslich auf die aktuell ungenügende Arbeit des Wirten, der ja gelernter Schlosser und kein Gastronom war. Dabei ist Daniel Bumann hier wie sonst stets darum bemüht, konstruktive Kritik zu üben, mit dem Ziel, dem Wirten zu helfen.»

Ein weiterer Kritikpunkt von Haberstich: Er gibt an, dem Sender im Januar 2019 mitgeteilt zu haben, dass er lieber keinen Besuch erhalten würde, weil es ungünstig sei. Er habe einen Koch entlassen müssen. Das Team kam dann aber im März trotzdem vorbei. Von einem «angeblichen Rückzug» des Wirts und gelernten Schlossers hätte der Sender keine Kenntnis gehabt, teilt dieser mit. «Vor Beginn jeder Staffel finden Evaluationen und diverse Gespräche mit den Protagonisten der Sendung statt.»

Der Wirt wirft dem Sender auch vor, bezüglich der Schulden nicht die ganze Wahrheit erzählt zu haben. Die Rede war von einer geschäftlichen Verschuldung von 65'000 Franken. Diese Schulden hätten aber nichts mit dem Restaurant zu tun, so Haberstich. Ein externer Gastroberater hatte die finanzielle Situation des Wirts ausgeleuchtet und Zukunftsszenarien entworfen. «Dabei war es stets das Bestreben des Restauranttesters, einen erfolgreichen Turn Around zu schaffen», so «3+». 

Lea Durrer

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