Im Januar wurde bekannt, dass die Sappi Schweiz AG dem Kanton Solothurn den historischen Nachlass der vor 150 Jahren gegründeten und im August 2011 geschlossenen Papierfabrik Biberist vermachen wolle (die az Solothurner Zeitung berichtete). Die Regierung hat am Dienstag den Schenkungsvertrag unterzeichnet. Die Sappi überlasst ihr Archiv dem Kanton umsonst.

Soll der Nachwelt erhalten werden

Im Archiv der 1862 gegründeten «Papieri» befinden sich Geschäftsunterlagen, eine Sammlung von Musterpapieren sowie alte Geräte, Fotos und Bilder. «Es war uns schon früh bewusst, dass diese Dokumente und Gegenstände der Nachwelt erhalten werden sollten», sagte Karl Vogel, Personalchef der Sappi Schweiz und Leiter des Projekts im Vorfeld.

2006 wurden die historischen Dokumente unter Vermittlung von Peter Heim, Projektleiter «Firmenarchive» des Historischen Vereins des Kantons Solothurn, gesichtet und zusammengeführt. Nach der Schliessung der Papierfabrik setzten sich auch mehrere Regierungsräte für eine Sicherung des Archivs ein.

«Europaweit einmalige Sammlung»

Die Protokolle des Verwaltungsrats und der Generalversammlungen sind ebenso lückenlos erhalten wie die Mustersammlung aller Papiere, die seit 1865 in Biberist produziert wurden. «Diese Sammlung ist schweiz- und auch europaweit einmalig», sagte Vogel stolz. Nebst diesen Ordnern mit Papiermustern und Rezepten, die zurzeit in Schränken von insgesamt 110 Metern Länge lagern, sind auch verschiedene Geräte erhalten geblieben – zum Beispiel Egoutteure, Walzen zur Herstellung von Wasserzeichen im Papier.

Es gilt nach der Unterzeichnung des Vertrags, das Erbe der «Papieri» nun zu sichern und auszusortieren. Ein Teil soll im Oltner Stadtarchiv gelagert werden. Dort betreut der Kanton Solothurn bereits 12 andere Firmen-Archive.

Die Kosten liessen sich erst nach dem Erfassen und Aussortieren des umfangreichen Archivs berechnen, erklärt der Kanton gegenüber dem Regiojournal Aargau/Solothurn. (sff/sbi)