Fahrplanwechsel

Das bringt der neue Fahrplan für Solothurner mit sich

Reisende studieren den Fahrplan im Bahnhof Olten.

Reisende studieren den Fahrplan im Bahnhof Olten.

Reisende aus dem Kanton Solothurn müssen sich mit dem Fahrplanwechsel im Regionalverkehr auf Änderungen einstellen.

Nein, mit einem grossen Umbruch sind Solothurner Bahnkunden in diesem Jahr nicht konfrontiert. Verglichen mit dem, was sich auf der Nord-Süd-Achse ändert, müssen sie sich lediglich auf bescheidene Korrekturen einstellen. Mit der Eröffnung des neuen Gotthardtunnels verkürzt sich die Reisezeit in den Süden ab dem 11. Dezember dieses Jahres deutlich – in einem ersten Schritt um gut 30 Minuten. Davon profitieren natürlich auch Reisende aus dem Kanton Solothurn.

Abgesehen davon ist für sie im Fernverkehr vor allem eine Änderung erwähnenswert: Der Interregio mit Abfahrt um 05.01 Uhr in Olten hält neu auch am Zürcher Hauptbahnhof statt wie bisher nur am Flughafen. Somit erhält Olten eine neue Frühverbindung nach Zürich. Damit hat es sich.

Im vergangenen Jahr kamen die Pendler nicht um einen Blick in den Fahrplan herum, wenn sie den richtigen Zug erwischen wollten. Seit Dezember 2015 verkehren die Züge nach Lausanne und Zürich zu neuen Abfahrtszeiten. Darum wurden auch die Anschluss-Fahrpläne von Bussen angepasst. Wer mit den Intercity-Neigezügen zur vollen Stunde aus dem Kanton Solothurn in die Ostschweiz, nach Winterthur oder an den Flughafen Zürich fahren will, muss seitdem immer am Zürcher Hauptbahnhof umsteigen.

Neuerungen im Regionalverkehr

Derweil sind im Regionalverkehr diesmal vor allem drei Änderungen von Bedeutung: Zwischen Sissach und Olten fahren abends keine Züge mehr, der Bahnhof Bellach erhält nun einen Anschluss ans Busnetz mit Linienverlängerungen nach Langendorf und Lommiswil und zwischen Oensingen und Balsthal wird der Busfahrplan angepasst.

Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Fahrplanentwurf des kantonalen Amts für Verkehr und Tiefbau hervor. Konkret heisst das:

  • Olten–Sissach: Statt der S-Bahnlinie 9, besser bekannt als Läufelfingerli, verkehren ab 21 Uhr nur noch Busse. Die Abendfahrt von Olten nach Läufelfingen wird im Bus künftig zwölf Minuten länger dauern, von Sissach nach Läufelfingen sind es fünf Minuten. Die Anpassung geht zurück auf eine Baselbieter Sparmassnahme. Der Kanton Solothurn dürfte durch die Umstellung jedoch kein Geld sparen, hiess es bereits im Frühling. Gleichzeitig wurde vor zwei Wochen publik, dass die Baselbieter Regierung ab 2018 das Läufelfingerli komplett durch Busse ersetzen will.
Das Läufelfingerli im Bahnhof Olten.

Das Läufelfingerli im Bahnhof Olten.

  • Bahnhof Bellach: Der 2013 eröffnete Bahnhof erhält einen Anschluss ans Busnetz. Doch zuvor braucht es noch eine neue Erschliessungsstrasse, die Bellacher Behörden arbeiten derzeit eifrig an den Plänen. Die Strasse muss bis im Dezember fertig sein – nicht nur wegen den Bussen. Sondern auch, weil ansonsten die Vorgaben des Agglomerationsprogramms nicht mehr erfüllt wären und Bellach auf Bundesgeld verzichten müsste. Die Buslinie Bellach–Kriegstetten/Zielebach der BSU bedient ab Dezember auch den Bellacher Bahnhof, zudem ist eine neue Haltestelle an der Bellacher Marktstrasse geplant. Zwischen Montag und Samstag fahren die Busse neu auch bis Lommiswil, und zwar voraussichtlich bis jeweils 20 Uhr. Gleiche Pläne bestehen für Langendorf. Die Linie 2 der BSU soll vorerst während zweier Jahren bis hierhin verlängert.
Links weg wird die Erschliessungsstrasse zu den Wohnblöcken im Grederhof und zum Bahnhof Bellach führen.

Links weg wird die Erschliessungsstrasse zu den Wohnblöcken im Grederhof und zum Bahnhof Bellach führen.

  • Oensingen–Balsthal: Die Postautos am Bahnhof Oensingen fahren künftig ab 12.09 Uhr immer im gleichen Stundentakt in Richtung Dünnernthal. Bislang verkehrten sie immer acht Minuten später und boten damit Anschluss an die Intercity-Neigezüge aus Olten. Diesen übernehmen nun durchgehend die Züge der Oebb. Den Anschluss ins Dünnernthal werden die Postautos freilich auch künftig gewähren; jedoch erst auf der Thalbrücke, wo die Passagiere von den Oebb-Zügen aufs Postauto umsteigen. Dieses Regime gilt seit zwei Jahren bereits um 17.09 Uhr und um 18.09 Uhr, vor allem wegen den Staus in der Balsthaler Klus. Wegen den Parallelfahrten von Bussen und Zügen gibt es künftig vier Verbindungen zwischen Oensingen und Balsthal pro Stunde. Die Postautos bieten in Oensingen nun einen früheren Anschluss an die Regionalzüge aus Solothurn.

Jetzt läuft die Vernehmlassung

Bis zum 19. Juni läuft nun die Vernehmlassung zum diesjährigen Fahrplanentwurf. Bürger, Gemeinden und Organisationen können ihre Stellungnahme abgeben. Dabei geht es vor allem darum, allfällige Unstimmigkeiten auszuräumen.

Ansonsten dürften die veröffentlichten Fahrpläne allerdings gesetzt sein und ab dem 11. Dezember gelten. Für weitreichende Änderungen sind sie schlicht zu eng getaktet.

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Autor

Sven Altermatt

Sven Altermatt

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