Luterbach
Das Biogen-Bauprojekt ist auf Kurs - und das trotz Einsprache

Gegen die aufgelegten Gestaltungs- und Erschliessungspläne für das Bauprojekt der US-Firma Biogen ist eine Einsprache eingegangen. Darin sorgt sich ein Anwohner um Mehrverkehr. Die Realisierung des Projektes sollte sich aber nicht verzögern.

Franz Schaible und Christof Ramser
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Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal
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Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal
Im Vordergrund zur Aare hin ist das Verwaltungsgebäude geplant, dahinter die eigentliche Biotechproduktion
Am Ende könnten sieben Produktionszellen sowie weitere Produktions- und Versorgungsgebäude auf dem Areal stehen.
Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal

Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal

zvg

Die Ansiedlung des US-amerikanischen Biotechnologiekonzerns Biogen in Luterbach ist auf Kurs. Zwar ist auf die öffentliche Planauflage eine Einsprache eingegangen, wie Rudolf Bieri, stellvertretender Chef des kantonalen Amtes für Raumplanung, auf Anfrage erklärt.

Aber diese richte sich nicht gegen das Milliarden-Bauprojekt einer neuen Produktionsstätte auf dem Areal der ehemaligen Zellulose-Fabrik Borregaard.

Die Einsprache verfasst habe ein Anwohner der Jurastrasse, der sich um eine erhöhte Belastung durch den zu erwartenden Mehrverkehr und somit um eine sinkende Wohnqualität sorge, erläutert Bieri. «Das Projekt ist an sich nicht infrage gestellt und dessen Realisierung sollte deshalb keine Verzögerung erfahren», versichert Bieri.

Auch auf der Gemeindeverwaltung von Luterbach lagen die Pläne zur Einsicht auf. Weil es sich aber um ein kantonales Verfahren handle, wurde die Einsprachen direkt an die Kantonsverwaltung geleitet, heisst es in der Standortgemeinde.

Die Einsprache werde nun im zuständigen Justiz- und Baudepartement besprochen und mit dem Einsprecher werde man Verhandlungen aufnehmen. Bieri ist zuversichtlich, dass eine Einigung zustande komme.

Er verwies darauf, dass alle vorherigen Pläne für das Industrieareal in Luterbach-Süd deutlich mehr Verkehr als das jetzige Biogen-Projekt gebracht hätten.

Im Amtsblatt ausgeschrieben waren der kantonale und kommunale Teilzonen- und Erschliessungsplan «Attisholz Süd» mit Zonenvorschriften, der Gestaltungsplan «Biogen» mit Sonderbauvorschriften und Umweltverträglichkeitsbericht sowie die Änderung des kantonalen Erschliessungsplanes Jurastrasse (Kreisel).

Diese werden nun von der Regierung genehmigt. Falls mit dem Einsprecher, so Bieri weiter, keine Einigung erzielt werden könne, werde der Regierungsrat gleichzeitig auch darüber befinden. Die Einsprachefrist ist am Dienstag abgelaufen.

Theoretisch ist allerdings der Eingang weiterer Einsprachen möglich, wenn diese mit Poststempel vom 13. Oktober aufgegeben worden sind und deshalb erst in den kommenden Tagen auf dem Amt eintreffen sollten.

Nun folgt Publikation Baugesuch

Nach der demnächst erwarteten Genehmigung der Pläne wird Biogen an der Reihe sein. «Der nächste Schritt wird die Publikation des ordentlichen Baugesuches für die Gebäude sein», sagt Bieri. Dafür verantwortlich sei der Bauherr, eben die Biogen.

«Wir sind im Zeitplan und gehen weiterhin davon aus, mit den Bauarbeiten im kommenden Dezember starten zu können», erklärt Markus Ziegler, Mitglied der Geschäftsleitung der Biogen Switzerland AG in Zug.

Selbst wenn noch keine Baubewilligung vorliegt, hat Biogen auf dem Gelände bereits mit Aushubarbeiten für ihren Fabrikbau begonnen. Dies auf eigenes Risiko, wie Luterbachs Gemeinschreiber Ruedi Bianchi erklärt. Bereits vor einigen Tagen haben zudem die Arbeiten für die neue öffentliche Zufahrt mit Werkleitungen ab der Nordstrasse begonnen.

«Die Kanalisation ist verlegt, derzeit werden die Gas- und Wasserleitungen gebaut.» Die Arbeiten dauern bis Ende Dezember. Gemäss der Luterbacher Baukommission ist die Nordstrasse während der gesamten Bauzeit durch provisorische Grabenüberbrückungen zugänglich.

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