Riedholz

Das Attisholz-Gelände ist jetzt ein Ort für Kultur und Spiel

Auf dem ehemaligen Attisholz-Gelände werden die Arena und ein Spielplatz der Öffentlichkeit übergeben.

Rund zwei Jahre nach der Übernahme der ehemaligen Zellulosefabrik Attisholz durch das Immobilienunternehmen Halter AG aus Zürich, werden heute Samstagabend erste Teile des Attisholz-Geländes in Riedholz für das Publikum wieder geöffnet. Nach einem nicht öffentlichen Festakt mit Behördenvertretern wird das Tobs-Orchester mit einem Sommerkonzert für alle unter dem Motto «Tango Symphonique» die neu gebaute Arena zum ersten Mal bespielen.

Vor rund einem halben Jahr starteten die Bauarbeiten für die ersten, neu erstellten Aussenanlagen auf dem Areal. Dies, nachdem das Kunstprojekt «Kettenreaktion» nach der Schliessung des Geländes im Sommer 2016 wieder Publikumsverkehr möglich machte. Man betritt heute über den sogenannten «Boulevard» das Gelände und bemerkt die Kantine, eine «Schenke», eingerichtet in der ehemaligen Portiersloge. Geführt wird dieses Lokal von Gastronom Ueli Wüthrich.

Neu installiert haben sich auch in einem darauffolgenden Raum eine Galerie und das Vereinslokal des Kunstvereins BTS, der aus der «Kettenreaktion» hervorgegangen ist. BTS macht sich für Kunst im öffentlichen Raum stark. Überall auf dem Gelände, an Wänden und Mauern sind Zeugnisse Kunstschaffender zu erkennen. «Wir überlassen ihnen diese Plattformen gerne und werden immer wieder überrascht», sagen dazu die Attisholz-Verantwortlichen der Halter AG, Andreas Campi, Leiter Entwicklungen und Rolf Peruzzo, Projektleiter.

Die Arena, eine Kulturplattform

Es geht weiter zur zentral gelegenen neu gebauten Arena mit rund 800 Sitzplätzen. Eine einzigartige Kulturplattform ist hier geschaffen worden, welche verschiedensten Events eine kongeniale Kulisse bietet. Über diese Arena, die gleichzeitig als Treppe dient, erreicht man den Vorplatz zum ehemaligen (noch nicht begehbaren) Säureturm und der Kiesofenhalle. In diesem Bereich standen einst in den Boden eingelassene Lagertanks, deren Vertiefungen nun für einen nicht alltäglichen Kinderspielplatz umgenutzt wurden.

Eine grosse Seilkletteranlage, diverse Kinderschaukeln und viel Raum sollen die Geschicklichkeit und Fantasie der Kinder anregen. Betreuungspersonen finden unter neu gepflanzten Bäumen und auf Bänken gemütliche Plätze. Ein weiteres Highlight dieser ersten Bauphase ist die wohl längste, begehbare Fussgängerrondelle der Schweiz. Fast vier Stockwerke und damit eine Höhendifferenz von acht Metern können so bequem überbrückt werden.

Im nächsten Jahr soll ein altes Attisholz-Gebäude, welches an der Aare steht, vollständig abgerissen werden. «Damit wird die Sicht über die Aare hinweg Richtung Süden zur Biogen auf Luterbacher Boden möglich», sagt Campi über weitere Pläne.

Wir planen langfristig», sagt der Leiter Entwicklung zudem zur Geschäftsphilosophie der Halter AG. «Unser Ziel ist, dass bis zum Jahr 2040 800 bis 1000 Wohneinheiten hier entstanden sind. Alles soll jedoch organisch wachsen, gemäss den Bedürfnissen der Bewohner und der Nutzer auf dem Gelände.» Wichtig sei ihnen, dass das Gebiet auch schweizweit als Destination für neuzeitliche Lebens- und Arbeitsformen bekannt wird. Das Attisholz-Areal sei schliesslich die grösste und wohl herausfordernste Arealentwicklung, welche das Unternehmen derzeit beschäftige. Campi verrät zudem: «Bis zum Ende dieser Arealentwicklung werden schätzungsweise bis zu eine Milliarde Franken investiert sein.

Um dieses Ziel langfristig und nachhaltig umzusetzen, ist geplant, neben den Bauphasen immer wieder neue Events mit besonderer Ausstrahlungskraft und für verschiedenste Zielgruppen durchzuführen. Es sei aber heute auch schon so, dass das Areal mit Leben gefüllt ist, ergänzt Projektleiter Rolf Peruzzo. «150 Mietverträge – vom Oldtimereinstellplatz bis zum Büro– bezeugen dies.»

Nach dem nicht-öffentlichen Festakt beginnt um 20 Uhr das Sommerkonzert des Tobs-Orchesters «Tango Symphonique» Der Eintritt ist frei (Kollekte). Der Verein BTS präsentiert das Buch «recording 2.0» mit Beiträgen aus Wissenschaft, Umwelt, Raumgestaltung und Literatur zur Arealentwicklung Attisholz.

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